Krankenhaus-Schließung

CDU sorgt sich um Notfallversorgung in der City West

Das Franziskus-Krankenhaus an der Budapester Straße soll schließen. Gesundheitsexperte Gottfried Ludewig (CDU) mahnt Transparenz an.

Franziskus-Krankenhaus an der Budapester Straße

Franziskus-Krankenhaus an der Budapester Straße

Foto: David Heerde

Die Pläne des Elisabeth-Vinzenz-Verbundes (EVV), das Franziskus-Krankenhaus an der Budapester Straße (Tiergarten) im Jahr 2021 zu schließen und die Stationen ins St. Joseph (Tempelhof) zu verlagern, haben Kritik der CDU ausgelöst. Vor einer Entscheidung müsse die künftige Notfallversorgung in der City West geklärt sein, forderte Gottfried Ludewig, Gesundheitsexperte der Unionsfraktion im Abgeordnetenhaus. Angesichts des dichten Autoverkehrs in der Innenstadt sei zu prüfen, ob Rettungsfahrzeuge in angemessener Zeit die Notaufnahmen anderer Kliniken erreichen können. Werden die Pläne umgesetzt, würde 2021 auch die Rettungsstelle im Franziskus-Krankenhaus geschlossen. Sie wurde erst vor drei Jahren mit Millionen-Aufwand ausgebaut.

Für die rund 39 Millionen Euro teure Umstrukturierung hat der EVV Fördermittel aus dem Krankenhaus-Strukturfonds des Bundes beantragt. Aus dem Krankenhaus in Tiergarten soll dann ein ambulantes medizinisches Versorgungszentrum und eine Rehaklinik werden. Bei einer Genehmigung würde der Bund 50 Prozent der Kosten tragen, das Land Berlin und der Krankenhausträger jeweils 25 Prozent. Entscheiden müssen darüber die Krankenkassen und Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Die Senatorin muss auch der Verschiebung der Versorgungsleistung im Berliner Krankenhausplan zustimmen.

Gesundheitsstaatssekretär Boris Velter hatte ebenfalls betont, die Notfallversorgung im Einzugsbereich der Klinik müsse gesichert sein. Der Elisabeth-Vinzenz-Verbund will dann an der Budapester Straße eine Notfallpraxis einrichten. Der Ärztliche Direktor Achim Foer erklärte, die Rettungsstelle sei mit rund 15.000 Fällen pro Jahr eine der kleineren der 39 Notaufnahmen in Berlin und werde nahezu ausschließlich bei urologischen oder gefäßmedizinischen Notlagen genutzt. Auf diese beiden Fachgebiete ist das Franziskus spezialisiert.

Gottfried Ludewig kritisiert zudem, dass über die Pläne bislang nur "hinter den Kulissen" geredet werde. Er fordert, den Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses einzubinden und will Transparenz hinsichtlich möglicher weitere Anträge auf diese Fördermittel. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, betonte Kolats Sprecher Christoph Lang. Wenn aber Abgeordnete Fragen haben, würden sie im Ausschuss beantwortet. Christina Pieroth-Manelli, Gesundheitsexpertin der Grünen, befürwortete die Planung grundsätzlich. Es sei wichtig, dass sich das Franziskus dann als medizinisches Versorgungszentrum spezialisiere. Die Notaufnahme sei 2014 lediglich 2000 Mal von der Feuerwehr angefahren worden, die DRK-Klinik Westend und das Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Schönberg hingegen fast 10.000 Mal.

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