Strafprozess

Neuköllner Hunderäuberin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Nach der Trennung entriss die 37-Jährige der neuen Partnerin ihres Ex-Mannes den Familienhund. Ihr neuer Partner saß im Fluchtauto.

Hund Lussy ist zurück in Rudow

Hund Lussy ist zurück in Rudow

Foto: Repro: Michael Mielke

Diebesgut wird im Strafgesetzbuch als "fremde bewegliche Sache" bezeichnet. Die Beute, die Yaisel S. und Christian A. am 20. März 2016 im Ortsteil Rudow machten, war sehr beweglich: Es handelte sich um eine acht Jahre alte Jack-Russel-Terrier-Hündin namens Lussy. Die beiden Angeklagten wurden am Montag von einem Moabiter Schöffengericht zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die 37-jährige Yaisel S. wegen räuberischen Diebstahls, der 31-jährige Christian A. wegen Nötigung; bei beiden kam noch Körperverletzung hinzu.

Es war kein zufälliger Diebstahl. Yaisel S. hatte die Hündin jahrelang gepflegt. Das endete, als die gebürtige Kubanerin und der 25 Jahre ältere Hans-Peter G. - die beiden lernten sich 1992 auf der Karibik-Insel kennen - getrennte Wege gingen. Sie leben in Scheidung. Die gemeinsame Tochter und der Hund blieben bei Hans-Peter G.

"Ich habe um Lussy gekämpft wie eine Löwin"

Yaisel S. sah das jedoch nicht eine und wollte zumindest Lussy zurück. Am 20. März fuhr sie mit ihrem Freund Christian A. nach Rudow und wartete vor dem Haus von Hans-Peter G. Gegen 10 Uhr verließ dessen neue Lebensgefährtin das Haus, um mit Lussy Gassi zu gehen.

Die als Zeugin geladene Bärbel H. ist auch ein Jahr später noch sehr aufgeregt, als sie von dem Überfall berichtet: Eine brünette Frau Am sei plötzlich aus einem kleinen roten Auto gesprungen, habe sich Lussy geschnappt und gerufen: "Das ist mein Hund!" Bärbel H. hatte den Diebstahl zu verhindern versucht.

"Ich habe um Lussy gekämpft wie eine Löwin", sagt die 65-Jährige. Doch sie hatte keine Chance. Yaisel S. bracht den Hund zum Auto, setzte ihn auf die hinterer Sitzbank. Als ihn Bärbel H. zurück holen wollte, wurde sie geschlagen und gezerrt - das sagt sie so vor Gericht, und so steht es auch in der Anklageschrift.

Bärbel H. habe keinen Anlass, die Angeklagten falsch zu beschuldigen, so das Gericht

Yaisel S. und Christian A. streiten das ab. Nach ihren Beschreibungen erfolgte die Wegnahme des Hundes ohne Schläge oder ähnliche Gewalt. Bärbel H. habe lediglich laut um Hilfe geschrien.

Das Gericht glaubt jedoch Bärbel H. Sie habe keinen Anlass, die Angeklagten falsch zu beschuldigen, heißt es in der Urteilsbegründung. Und der Diebstahl des Hundes sei ja ohnehin unstrittig.

Hans-Peter G. erwirkte schon vor dem Strafprozess einen Gerichtsbeschluss, der Yaisel S. verpflichtete, den Hund wieder heraus zu geben. Lussy lebt jetzt also wieder in Rudow. Und dort, sagt er, soll sie auch bleiben.

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