Bauarbeiten

Am Mauerpark wird die Tram M10 erst mal unterbrochen

In Prenzlauer Berg werden Tramgleise verlegt, damit unter dem Mauerpark ein Abwasserspeicher entstehen kann.

Die Tram M10 wird für einige Tage unterbrochen (Archivbild)

Die Tram M10 wird für einige Tage unterbrochen (Archivbild)

Foto: ddp / ddp/DDP

Die M10 ist eine der am meisten genutzten Straßenbahnlinien Berlins. Von Dienstag, 7. März, bis einschließlich Montag, 20. März, fährt sie nicht mehr durchgängig, sondern nur noch zwischen S- und U-Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain und Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg. Tausende Fahrgäste sind betroffen. Sie können Ersatzbusse bis Nordbahnhof nutzen. Wer zum Hauptbahnhof will, kann auch ab Eberswalder Straße mit der Linie 12 fahren.

Grund der Unterbrechung: Die Vorbereitungen für einen Tunnel unter dem Mauerpark beginnen. Die Berliner Wasserbetriebe wollen diesen Tunnel bauen und einen Kanal anlegen, der bei starkem Regen das Abwasser speichern soll. Er wird unterhalb des Pflasterwegs im Mauerpark verlaufen und 654 Meter lang sein. Dieser unterirdische Kanal soll an die Kanalisation in der Bernauer Straße angeschlossen werden. Dafür müssen Leitungen im Boden verlegt werden. Die Baugrube für diese Arbeiten beansprucht Teile des Gehwegs und die rechte Fahrspur der Bernauer Straße in Richtung Schönhauser Allee. Deshalb verlegen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im März die Gleise der Straßenbahn M10 um einige Meter nach Norden. Betroffen ist ein etwa 100 Meter langer Abschnitt.

Der eigentliche Kanalbau beginnt im Sommer. Am Park-Eingang Eberswalder Straße wird eine Start-Baugrube angelegt. Mehr als 20 Bäume mussten dafür Platz machen. Dort soll die Tunnelbohrmaschine einsetzen, sollen Tief-lader stehen, Rohre und Zubehör gelagert werden. Eine weitere, aber kleinere Baugrube ist am Ende des Tunnels, an der Gleimstraße geplant. 7400 Kubikmeter Schmutzwasser soll der Kanal bei starkem Regen speichern können, wenn die Klärwerke überlastet sind. Dadurch kann die Verunreinigung von Spree und Panke vermieden werden.

Die Tunnelröhre wird einen Durchmesser von 3,8 Metern haben. Die Berliner Wasserbetriebe wollen das Projekt zu einer Sehenswürdigkeit machen. Eine Schaustelle ist geplant. Von einer Brücke aus sollen Besucher den Blick in die Start-Baugrube bekommen. Unterirdische Führungen könnten veranstaltet werden, wenn der Kanal fertig ist.

Dem Tunnelbau folgt die Erweiterung des Mauerparks

Erst wenn das Bauvorhaben der Wasserbetriebe beendet ist, kann die Erweiterung des Mauerparks beginnen. Sie ist seit Langem geplant und wird von der Grün Berlin GmbH vorbereitet. Man werde damit voraussichtlich im kommenden Jahr starten, sagte eine Sprecherin. Der Park soll auf dem Areal des ehemaligen Gewerbegebietes Richtung Brunnenviertel in Wedding von etwa siebeneinhalb Hektar auf 14,5 Hektar Gesamtfläche wachsen. Eine Bürgerwerkstatt, mehrere Behörden und der Hamburger Landschaftsarchitekt Gustav Lange haben an den Planungen mitgearbeitet. Sie sind weitgehend abgeschlossen. Die Erweiterungsfläche werde zusätzliche Räume für ruhigere Nutzungen anbieten, kündigt die Grün Berlin GmbH an. Sie sollen einen "Gegenpol zur quirligen zentralen Wiesenfläche mit Amphitheater bilden". Das alte Gewerbegebiet ist bereits seit Sommer 2016 für die Parkerweiterung beräumt worden. 2019 sollen die Erweiterungsflächen fertig sein.

Weit fortgeschritten sind die Bauarbeiten für das neue Wohnquartier am Rand des Mauerparks. "So Berlin" heißt das Projekt der Groth-Gruppe in Wedding. Rund 350 Mietwohnungen entstehen, davon rund 120 geförderte. "Im Spätsommer ziehen die ersten Bewohner ein", sagte Sprecherin Anette Mischler. 193 Studentenapartments sollen im Herbst fertig werden. Außerdem werden 62 Eigentumswohnungen und 42 Wohnungen für Senioren gebaut. Eine Baugruppe errichtet weitere elf Wohnungen.

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