Diskriminierung

Dilek Kolat fordert Moscheen auf, Judenhass zu bekämpfen

Auch Islamverbände müssten in die Pflicht genommen werden, schreibt die Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.

Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin

Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin

Foto: Markus Schreiber / dpa

Die SPD-Politikerin Dilek Kolat fordert, Antisemitismus in Moscheen und Islamverbänden energisch zu bekämpfen. Der Übergriff an einer Gemeinschaftsschule in Friedenau, bei der mehrere Jugendliche mit türkisch-arabischem Hintergrund einen jüdischen Mitschüler attackiert haben, schockiere sie zutiefst, schrieb die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Donnerstagmorgen auf ihrer Facebook-Seite.

Nichts könne die Tat rechtfertigen, "keine Weltanschauung, keine Religion und keine Art der Erziehung". Werde ein Jude von seinen muslimischen Mitschülern wegen seiner Religionszugehörigkeit angegriffen, "so sind die Täter ganz klar als Antisemiten zu identifizieren". Sie erwarte von allen, Judenfeindlichkeit energisch entgegenzutreten, "vor allem von den Moscheen und islamischen Verbänden".

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Eltern eines 14-Jährigen ihren Sohn von einer Schule in Schöneberg abgemeldet hatten, nachdem dieser antisemitisch beleidigt und angegriffen wurde. Anfang März war es zu einer körperlichen Attacke gekommen, bei der der Junge in den Schwitzkasten genommen und mit einer Spielzeugpistole bedroht worden sein soll. Die Schule hat inzwischen Strafanzeige gegen die Verdächtigen erstattet.

Die Vorgänge in Berlin hatten bundesweit Schlagzeilen gemacht. "Der Vorfall ist auch in dieser Heftigkeit kein Einzelfall", sagte der Islamexperte Ahmad Mansour auf Morgenpost-Anfrage. Unter jugendlichen Muslimen sei Antisemitismus weitverbreitet. Auslöser dafür sei auch der Nahostkonflikt, der an Schulen entsprechend thematisiert werden müsse. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) versprach eine rasche Aufklärung.

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