Sat.1-Komödie

"Leg dich nicht mit Klara an": Ex-Freundin wird zur Spionin

In der Sat.1-Komödie „Leg dich nicht mit Klara an“ spioniert eine Frau ihren Ex-Freund aus. Sie veranstaltet eine Überwachungsorgie.

Was treibt der Verflossene: Klara (Jennifer Ulrich) überwacht jeden Schritt ihres Ex-Freundes.

Was treibt der Verflossene: Klara (Jennifer Ulrich) überwacht jeden Schritt ihres Ex-Freundes.

Foto: SAT.1/Maor Waisburd / (c)SAT.1/Maor Waisburd

Unterföhring.  Diese Ex-Freundin ist der blanke Horror: Klara (Jennifer Ulrich) kann nicht akzeptieren, dass ihr Geliebter Schluss gemacht hat. Steckt eine andere dahinter? Um das herauszufinden, startet Klara eine Überwachungsorgie. Das Ziel ist klar: Sie will ihre alte Liebe Jens (Marc Benjamin) zurück.

In der Sat.1-Komödie "Leg dich nicht mit Klara an" verwandelt sich die Titelheldin in eine wahre Detektivin. Ihr Beruf gibt ihr reichlich Möglichkeit dazu: Klara ist Agentin beim Bundesnachrichtendienst und verfügt über allerlei technische Möglichkeiten, jemanden auszuspionieren. Keine Minute vergeht, in der sie nicht vor Bildschirmen sitzt und jeden Schritt ihres Ex-Freundes, der als Mediziner an einem Krankenhaus arbeitet, verfolgt.

Mit Drohne und Erotikfilm

Um herauszufinden, was der Gute ohne sie treibt, fährt Klara das volle Programm auf: Sie liest SMS-Nachrichten auf dem Handy ihres Ex mit und schreibt sie bei Bedarf um – denn tatsächlich ist eine andere Frau im Spiel. Ihre Methoden sind pointiert und haben für den Zuschauer einen guten Unterhaltungswert: Amüsant zu sehen, wie Klara mit einer Drohne Livebilder von einem Date der beiden erhaschen will.

Noch lustiger wird es, als sie auf dem Fernseher, vor dem das frisch verliebte Paar sitzt, einen peinlichen Sexfilm aufspielen lässt, um den beiden die Romantik komplett zu verhageln. Die Idee, eine Komödie im Geheimdienstmilieu anzusiedeln, ist schon originell. Und auch wenn hier sehr deftig inszeniert wurde, kann mancher das Bedürfnis, den Partner zu durchleuchten, sicher gut verstehen. Der Wunsch, hinter die Geheimnisse des Verflossenen zu kommen, dürfte verbreiteter sein, als viele zugeben würden.

Nach Überwachung besessen

Hollywood kann das natürlich viel besser. Man denke nur an "Der Staatsfeind Nr. 1". Ein Vergleich verbietet sich zwar schon allein wegen der Budgetunterschiede. Doch auch wenn Tony Scotts Paranoia-Thriller bereits über 20 Jahre alt ist – die Besessenheit, jemanden so inständig zu überwachen, hat sich viel stärker vermittelt als in diesem doch recht seichten Film, der aber mit viel digitaler Technik auffährt.

Der Eindruck entsteht schlicht dadurch, dass zu viele Szenen in Albernheiten ausarten. Der Versuch zum Beispiel, den Ex mit einem Kollegen eifersüchtig zu machen, gleitet voll ins Peinliche ab. Die Sat.1-Komödie "Undercover küsst man nicht" (2016) punktete da mit eindeutig besseren Einfällen und Dialogen.

Sympathisch trotz Neurose

Trotzdem ist der Abend vor dem Fernseher nicht wirklich verloren, denn die Schauspieler geben ihr Bestes: Jennifer Ulrich schafft es, dass die Titelheldin trotz ihrer Kontrollneurose selbst dann noch sympathisch bleibt, als sie ihrem Ex das SEK auf den Hals hetzt und ihm das Leben zur Hölle macht.

Und Edin Hasanovic als Kollege Mickey braucht nur ein paar kleine Gesten, um anzudeuten, dass er viel mehr als bloß ein guter Kumpel sein möchte. Nur der enorm begabte Marc Benjamin hat bei Weitem nicht genug zu tun, um sein ganzes Potenzial abrufen zu können.

Fazit: Origineller Ansatz, gute Schauspieler, nette Momente. Leider ein wenig zu albern.

Sat.1, Dienstag, 14. März, 20.15 Uhr

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