Ratgeber

Gefahr in der Sauna - Was man zur Sicherheit beachten sollte

Immer wieder kommt es zu Todesfällen in der Sauna, sei es durch Brände oder falsches Verhalten. Wie man sich schützen kann.

Drei Frauen genießen die Entspannung in der Damensauna

Drei Frauen genießen die Entspannung in der Damensauna

Foto: Robert Kneschke / Robert Kneschke/ddp images

Tödlicher Vorfall in Berlins City West: Bei einem Brand im Saunaclub "Steam Works", dem früheren "Apollo Splash Club", in Schöneberg sind drei Männer ums Leben gekommen. Die Feuerwehr musste zahlreiche Kabinen in dem verwinkelten Saunaclub öffnen und nach möglichen Opfern suchen. Das erschwerte den Rettungseinsatz. Die Brandursache ist allerdings noch unklar. Immer wieder kommt es allerdings in Saunaclubs, aber auch in privaten Saunen zu tödlichen Vorfällen. Fragen und Antworten.

1. Wie erkenne ich, wie sicher ein Saunabetrieb ist?

Machen Sie sich selbst mit baulichen Gegebenheiten und Fluchtwegen vertraut! Rechnen Sie nicht gleich mit dem Schlimmsten, gehen Sie aber ruhig gedanklich mal durch, wie Sie im Brandfall eine Saunalandschaft verlassen könnten. Achten Sie auf ausgewiesene Fluchtwege, machen Sie sich klar, im wievielten Stock Sie sich gerade aufhalten. Sollten Fluchtwege gar nicht erst ausgewiesen oder zum Beispiel vollgestellt sein, ist das natürlich schon ein schlechtes Zeichen. Fragen Sie im Zweifel das Personal nach Sicherheitsmaßnahmen. Dazu zählen auch etwa Feuerlöscher, die vorhanden sein sollten.

In einigen Saunen sind mittlerweile auch Notruf-Knöpfe eingebaut. Diese sind allerdings nicht Standard. Für einen sicheren Saunabetrieb spricht es, wenn das Personal auch regelmäßig Rundgänge unternimmt und nach dem Rechten sieht. Vor allem in Randzeiten, wenn vielleicht nur einzelne Personen sich in einer Sauna aufhalten.

2. Kann ich in der Sauna eingesperrt werden?

Dass wie im Krimi jemand von außen die Tür einfach verriegelt, ist in regulären Saunen normalerweise gar nicht möglich. Denkbar ist höchstens, dass die Tür von außen mit einem Gegenstand versperrt ist. Nicht selten sind private Saunen in Kellern eingebaut, die gleichzeitig als Abstellfläche genutzt werden. Hier gilt: Fluchtwege sind freizuhalten! Ein wackelig nahe der Sauna stehendes Regal kann umstürzen und die Tür versperren. Gleiches gilt etwa für an der Wand lehnende Leitern.

3. Können mir Kreislaufprobleme in der Sauna gefährlich werden? Was kann ich tun?

"Es gibt einen recht großen Anteil von Gelegenheits-Saunierern und absoluten Neulingen", sagt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf. "Bei diesen herrscht in der Regel Unkenntnis über das richtige Verhalten vor, während und nach dem Aufenthalt in einer Saunakabine." Die Folge: Die Gefahr von unerwünschten Erlebnissen bis hin zum Kreislaufkollaps steigt.

Besonders Männer entwickelten manchmal einen gefährlichen Ehrgeiz. "Trotz fehlender Routine setzen sie sich auf die höchste Schwitzbank und verharren dort unter zunehmenden Qualen viel länger als nötig und zuträglich."

Tipp vom Experten Marco Riedel von der KissSalis Therme in Bad Kissingen: "Man darf nicht zu lange in einer Sauna bleiben und muss sich zwischen den Saunagängen genug Erholung gönnen." Daher sollte man mit einer eher milderen Sauna starten – etwa einem Saunarium mit 50 bis 60 Grad. "Acht bis zehn Minuten pro Saunagang sind gut."

"Danach tut Bewegung gut, am besten an der frischen Luft", sagt Riedel. Anschließend könne man sich langsam kalt abduschen – aber nicht zu plötzlich. "Gut ist, den Duschstrahl vom rechten Fuß, Bein und Arm langsam zur linken Körperhälfte und bis zum Herzen hin zu führen." Danach sollte man 20 bis 30 Minuten ruhen. An diese Phase können bis zu zwei weitere, heißere Saunagänge inklusive Bewegung, Duschen und Ruhen angeschlossen werden.

"Für drei Saunagänge sollten etwa zwei Stunden eingeplant werden - schneller durchzuhetzen tut nicht gut", betont Riedel. Wichtig ist auch: "Wer sich in einer Sauna unwohl fühlt, sollte früher rausgehen. Und wem es beim Aufguss in der obersten Reihe zu heiß ist, sollte sich weiter heruntersetzen." Hertel ergänzt: "Regelmäßigkeit verspricht eine wohltuende Wirkung. Ein- bis zweimal pro Woche sollte ein Saunatag genossen werden."

Das gilt allerdings nicht für alle Menschen. "Wer mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte ein paar Regeln beachten", rät Hertel. Dazu gehört, nicht mit vollem Magen in die Sauna zu gehen, zusätzliche Kreislaufbelastungen wie Aufgüsse zu meiden. "Für Saunagänger mit niedrigem Blutdruck sind die anschließenden Kaltwasseranwendungen besonders wichtig."

Nicht in die Sauna gehen sollten Menschen, die an Fieber oder erhöhter Temperatur leiden. Sonst könne die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht kommen. Und wer unter schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, sollte vor dem Saunieren einen Internisten zurate ziehen.

4. Was muss ich beim Aufguss beachten?

Der Ofen in einer Sauna stellt immer einen Gefahrenherd dar. Falsche Aufgussmittel können gefährliche Dämpfe freisetzen. Ein eigentlich selbstverständlicher Tipp, der trotzdem immer wieder missachtet wird: Man sollte nur zugelassene Aufgussmittel benutzen. Immer wieder probieren sich Menschen leichtsinnigerweise zum Beispiel am Alkoholaufguss, gießen etwa Wodka auf. Der verdampft dann, gerät in die Luft und wird über die Atemwege aufgenommen. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu Todesfällen geführt. Nach Einatmen eines alkoholhaltigen Dampfes gelangen rund 60 Prozent der eingeatmeten Dosis ins Blut - und das viel schneller, als wenn man den Alkohol trinken würde. Gefährlich ist es zudem, angetrunken oder gar betrunken in die Sauna zu gehen. Davon ist dringend abzuraten.

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