Bundestagswahl

AfD-Führung kann sich nicht auf ein Spitzenteam einigen

Die Frage, wer die AfD in den Bundestagswahlkampf führt, ist weiter ungeklärt. Statt der Mitglieder muss nun ein Parteitag entscheiden.

AfD-Chefin Frauke Petry und ihr Stellvertreter Alexander Gauland.

AfD-Chefin Frauke Petry und ihr Stellvertreter Alexander Gauland.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin.  Die AfD-Spitze kann sich nicht auf ein Spitzenteam für die Bundestagswahl einigen. Bis zum Ablauf der Anmeldungsfrist Sonntag Mitternacht seien keine "beschlussgemäßen Bewerbungen" eingegangen, teilte AfD-Sprecher Christian Lüth am Montag mit. Damit entfalle auch die geplante Umfrage unter den AfD-Mitgliedern, welchem Team sie den Vorzug geben wollten.

Über die Aufstellung für die Bundestagswahl muss nun der AfD-Bundesparteitag kommenden Monat in Köln entscheiden. Bis Sonntag sollten sich Teams mit mindestens zwei Mitgliedern als Wahlkampfspitze bewerben.

Petry will eine Sonderrolle für sich

Im AfD-internen Machtkampf waren Gegner von Parteichefin Frauke Petry vor einer Woche vorgeprescht und hatten den Brandenburger AfD-Chef Alexander Gauland neben Petry als Mitglieder des Spitzenteams nominiert. Petry hatte umgehend erklärt, sie habe noch nicht mitgeteilt, ob sie überhaupt für eine Spitzenkandidatur oder für ein Spitzenteam zur Verfügung stehe.

Petry wird nachgesagt, als alleinige oder zumindest herausragende Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf ziehen zu wollen. Ihre Gegner fürchten jedoch einen Machtzuwachs der Parteichefin auf ihre Kosten.

In der AfD streiten ein völkisch-nationaler Flügel um den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, zu dem auch Gauland und der Co-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen zählen, mit dem national-liberalen Teil der Partei um Petry über die Vorherrschaft. Die Auseinandersetzungen hatten unter dem Eindruck sinkender Umfragewerte zuletzt zugenommen. (rtr)

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