Reise

Hotelperle am Abhang – mit regionaler Küche

Grüß Gott Evelin Philippi-Mittermayr,

Ihr Adler Hotel Palma im berühmten Alpenort Lech am Arlberg habe ich auf eine persönliche Empfehlung gefunden, auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft. Nicht jeder kann und will sich das Fünf-Sterne-Hotel Post leisten wie die nieder­ländische Königsfamilie.

Dass Ihr Vier-Sterne-Haus mit zwölf Zimmern und zwei Suiten nicht so zentral liegt, sondern drei Kilometer weiter im kleinen Ortsteil Zug, stört mich nicht. Sich wichtig nehmende Menschen gibt's hier auch: Neben Ihrem Hotel liegt ja der bekannte Gasthof Rote Wand. Hinter seiner historischen Holzfassade verbirgt sich ein XXL- Luxus­resort mit Pools.

Mir gefällt Ihr kleines Tra­ditionshaus allerdings besser, unter anderem weil Sie als hinreißende Gastgeberin mit Herzlichkeit und Kochkunst über­zeugen. Sympathisch finde ich, dass Nils und Timo, zwei Ihrer vier Söhne, Sie tatkräftig im Betrieb unterstützen und trotz ihrer erst 27 und 19 Jahre beeindruckend souverän Verantwortung übernehmen. Das Adler Hotel Palma ist, das spürt man, ein Familienbetrieb durch und durch.

Stutzig machte mich zunächst der Hotelname. Adler Palma – das klingt nach deutschem Gasthof und dann nach Mallorca. Aber wie Sie mir erklärt haben, steht Palma im walserischen Sprachraum für Felsüberhang, das Adler haben Sie später ergänzt, weil es gut klingt und im Alphabet vorn steht.

Felsig ist es allemal am Arlberg, der mit dem Bau der atemberaubenden Flexenbahn sogar größtes Skigebiet Österreichs geworden ist. Für Sie und die Menschen in Lech bedeutet das Millionenprojekt eine bessere Anbindung in die Welt jenseits der Berge. Es hat mir die Augen geöffnet, als Sie erzählten, wie früher im Winter werdende Mütter einige Tage vor der Entbindung ins Tal gebracht wurden: Bei Schnee am Flexenpass wäre sonst das Risiko zu groß gewesen.

Ihre Eltern hatten 1969 jedenfalls eine sehr gute Idee, als sie das Hotel Palma nahe dem Alpgebiet ­Madloch eröffneten. Und fast noch besser war, dass Sie dann später das Haus über­nommen und ausgebaut haben. Der Sessellift unten am Lechfluss führt bis hinauf ins Skigebiet und zu meiner Lieblings­hütte, der Balmalp. Im Sommer liegen die Wanderwege direkt vor der Tür.

Beim Frühstück ist vor allem Ihr selbst gebackenes Brot der Hit. Und nachdem wir uns über die Kärntner Spezialität Reindling unterhalten hatten, haben Sie tags darauf gleich einen dieser herrlichen Hefekuchen für mich gebacken (sogar ohne Rosinen, weil ich die nicht so gerne mag).

Genossen habe ich auch die Entspannung in der Saunavitalwelt. Dort passen die aufwendigen Wandmalereien sehr gut hin. Ansonsten ­gefällt mir der moderne Stil mit Hirschdeko im Barstüberl besser. Schön: Sie schauen immer wieder über den Tellerrand und bleiben sich dabei als Lecherin treu!


Bis bald,
Silvia Stammer

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