Basketball

Bonn beendet die Siegesserie von Alba Berlin

Die Rheinländer setzten sich am Sonntag gegen den früheren Serienmeister mit 95:72 (40:35) durch.

Bester Berliner Werfer in Bonn:  Bogdan Radosavljevic

Bester Berliner Werfer in Bonn: Bogdan Radosavljevic

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

BerlinDie Chance war da. Jedenfalls eine Halbzeit lang. Die Basketballer von Alba Berlin hätten mit einem Sieg in der Basketball-Bundesliga bei ihrem alten Rivalen Telekom Baskets Bonn erstmals in dieser Saison auf Rang vier vorrücken können. Der aktuell Viertplatzierte, Medi Bayreuth, hatte tags zuvor in Ulm verloren. Die Mannschaft von Trainer Ahmet Caki hatte es also in der Hand. Doch am Ende verfehlte sie dieses Ziel klar. Bonn gewann 95:72 (40:35), Alba bot vor allem in den zweiten zwanzig Minuten eine indiskutable Leistung. "Bonn war richtig gut, wir waren richtig schlecht", fasste Nationalspieler Niels Giffey das Geschehen zusammen.

Die Gäste traten allerdings unter erschwerten Bedingungen an. Für sie sprach zwar die Serie von zehn Siegen, die sie zuvor in der Bundesliga gefeiert hatten. Allerdings mussten sie im mit 6000 Zuschauern ausverkauften Telekom Dome auf ihren Spielmacher Peyton Siva verzichten. Der Amerikaner fehlte wegen einer Adduktorenverletzung am rechten Bein; wie lange er ausfällt, ist noch unklar. Dazu kam, dass der seit Wochen herausragende Center Elmedin Kikanovic einen gebrauchten Tag erwischt hatte. In der ersten Halbzeit verwandelte der Bosnier nur einen seiner zehn Würfe. So betrachtet, war der Fünf-Punkte-Rückstand zur Pause noch erstaunlich knapp.

Mit der Spannung war es aber bald vorbei, als die zweite Halbzeit begonnen hatte. Ein 16:2-Lauf der Bonner sorgte schnell für sehr klare Verhältnisse. Vor allem den 27-jährigen Kenneth Horton bekamen die Berliner nie in den Griff. Der Amerikaner zeigte seine stärkste Leistung im Telekom-Trikot und kam auf 31 Punkte, traf aus allen Lagen, blockte, sammelte Rebounds, stahl Alba die Bälle. "Wir haben überhaupt nicht unser Spiel abgeliefert", ärgerte sich Giffey. In der langen Geschichte der Vergleiche zwischen diesen beiden Mannschaften war es der höchste Bonner Sieg aller Zeiten. Aus einer insgesamt enttäuschenden Berliner Mannschaft ragten nach Punkten Bogdan Radosavljevic (17) und Carl English (12, vier von sechs Dreiern verwandelt) heraus.

Dagegen hat die Serie des Tabellenführers gehalten. 19 Spiele, 19 Siege – die Ulmer Basketballer sind in der Bundesliga nicht zu stoppen. Auch vom Verletzungspech und vom Überraschungsteam Bayreuth ließ sich der Vizemeister nicht beeindrucken - obwohl er mehr als eine Hälfte lang vor der ersten Saisonniederlage stand. Mitte des dritten Viertels lagen die Gastgeber mit neun Punkten hinten (45:54). Aber mit einem beherzten Schlussspurt löste die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath auch diese kritische Phase und gewann mit 90:70.

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