Basketball

Mit Nowitzkis Wurf bereit für einen wahnsinnigen März

Der Berliner Moritz Wagner kämpft mit Michigan um den College-Titel in den USA. In seiner zweiten Saison ist er schon Leistungsträger.

Gut vernetzt: Moritz Wagner jubelt nach einem Turniersieg seiner Michigan Wolverines

Gut vernetzt: Moritz Wagner jubelt nach einem Turniersieg seiner Michigan Wolverines

Foto: Nick Wass / dpa

Indianapolis.  An sein erstes Treffen mit Dirk Nowitzki kann sich Moritz Wagner gut erinnern. "Das muss vor sechs oder sieben Jahren gewesen sein. Ich habe ein Foto, das ist schrecklich, weil ich neben ihm so klein aussehe", sagt der Berliner. Vor Kurzem hat der 19-Jährige den Weltstar wiedergetroffen, heute trennen die beiden Basketballspieler nur noch zwei Zentimeter. Wagner (2,11 Meter), wie Nowitzki (2,13) ein Power Forward, ist eines der deutschen Top-Talente. Aus dem Nachwuchs von Alba Berlin wechselte er 2015 in die USA und spielt seitdem am College für die Michigan Wolverines. Jetzt beginnt für ihn das Highlight: die March Madness.

In allen 35 Spielen in der Startformation

Wie in jedem Jahr steigt Mitte März im Land das Basketballfieber. Nach den Regionalturnieren spielen 68 verbliebene Teams um den Titel der Liga NCAA. Wagner ist mittendrin. "March Madness ist verrückt", sagt er, "alles ist möglich." Bei den Wolverines gehörte er in allen bisherigen 35 Saisonspielen zur Startformation. Das Team ist ein eingeschworener Haufen. "Wir lieben uns alle", sagt Wagner, "wir können auch schlechte Tage haben, aber es gibt immer jemanden, der uns trägt."

Im Halbfinale des Big-Ten-Turniers in Washington, das Michigan gewann, hatte Wagner diese Rolle. Der Blondschopf machte gegen die Minnesota Golden Gophers 18 Punkte und war damit zweitbester Werfer seiner Mannschaft. Er ist trotz seiner Größe ein guter Distanzschütze. Im Schnitt kommt er auf zwölf Punkte. In seiner zweiten Saison in Übersee: Das ist stark.

Oklahoma State erster Play-off-Gegner

An diesem Freitag nun geht es in der ersten Play-off-Runde gegen Oklahoma State. Wagner wird auch dort Nowitzki nacheifern. "Er ist mein Vorbild, was den Wurf angeht." Dass der junge Berliner seine Technik imitiert, gefällt dem NBA-Champions von 2011: "Mo soll auch an seinem übrigen Spiel arbeiten. Aber wenn man so groß ist wie wir und mit diesem Wurf treffen kann, eröffnet das viele Möglichkeiten." Schon in Wagners Kinderzimmer hing ein Poster von Nowitzki, das nun auch am College ei-nen Platz an der Wand hat. Doch längst hat Wagner erkannt, dass sein Vorbild ein Star zum Anfassen ist. Knapp einen Monat nach ihrem letzten Treffen erzählt er immer noch begeistert von dem Gespräch: "Dirk ist ein echt cooler Typ. Er gibt dir überhaupt nicht das Gefühl, dass er der beste europäische Basketballer der Geschichte ist."

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