Nationalelf

Timo Werner wird RB Leipzigs erster Nationalspieler

Bundestrainer Joachim Löw nominiert den Stürmer erstmals für das Podolski-Abschiedsspiel gegen England und gegen Aserbaidschan.

Timo Werner wechselte 2016 vom VfB Stuttgart zu RB Leipzig und erzielte dort in 23 Bundesligaspielen 14 Tore.

Timo Werner wechselte 2016 vom VfB Stuttgart zu RB Leipzig und erzielte dort in 23 Bundesligaspielen 14 Tore.

Foto: Jan Woitas / dpa

Berlin.  Ralph Hasenhüttl hat sich neulich einen Flügel gekauft. Darauf musiziert der Trainer von RB Leipzig gern abends. Das Piano war drin, sagte Hasenhüttl, weil bei ihm so einige Punktprämien angelaufen sind. Das wiederum hat viel mit Timo Werner zutun – einem Spieler, der dem Aufsteiger Flügel verleiht und manchmal auch sich selbst.

Werner ist gerade erst 21 geworden, hat die Bekanntschaft mit der Bundesliga dennoch schon 118 Mal gemacht. Der Stürmer galt bereits mit 16 als zukünftiger deutscher Nationalspieler, weil er über eine unverschämte Schnelligkeit und Abschlussstärke verfügt. Aber erst sein Wechsel vom VfB Stuttgart nach Leipzig 2016 hat ihn zu Joachim Löw gebracht.

Der Bundestrainer berief Werner am Freitag erstmals für die Testpartie gegen England in Dortmund am Mittwoch, die gleichzeitig das Abschiedsspiel von Lukas Podolski sein wird, und der WM-Qualifikationspartie gegen Aserbaidschan (26. März). Auch der gebürtige Berliner Antonio Rüdiger, ehemaliger Mitspieler von Werner in Stuttgart und heute beim AS Rom, steht im Kader – zum ersten Mal seit seinem Kreuzbandriss vor der EM 2016. "Werner ist ein interessanter Spieler mit guter Perspektive", sagte Löw.

Wechselgerüchte um Liverpool

Und Werner ist aktuell der beste deutsche Angreifer: Auf 14 Saisontreffer und sieben Vorlagen kommt er und steht damit vor Sandro Wagner, Serge Gnabry (beide zehn) und Mario Gomez (acht). Er hat erheblichen Anteil an der schnittigen Saison des Tabellenzweiten aus Leipzig: An knapp der Hälfte aller RB-Tore (43) war er direkt beteiligt.

"Das Gesamtpaket Timo Werner ist jetzt schon gut und es wird ein Großartiges", sagte Hasenhüttl am Freitag. Abends wird er wahrscheinlich vor Glück in die Pianotasten gehauen haben. Werner ist nämlich der erste deutsche Nationalspieler, der aus seinem erst 2009 gegründeten Leipziger Klub hervorgeht.

Es ist allerdings möglich, dass Werner, der mit Schwalben auch schon negativ aufgefallen ist, bald kein Leipziger mehr sein wird. Er soll mit dem FC Liverpool im Kontakt stehen. "Ich glaube nicht, dass ein einziger Spieler von uns nächstes Jahr in Liverpool spielen wird", erwiderte allerdings sofort RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.

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