Leipzig

Stieglitz behält EM-Gürtel, Gegner wittert Betrug

Leipzig. Bei der Urteilsverkündung huschte kein Lächeln über sein Gesicht, stattdessen ging sein Blick verschämt zu Boden. Profiboxer Robert Stieglitz fühlte sich so gar nicht wie ein Gewinner - und eigentlich war er das auch nicht. Durch das hart erkämpfte Unentschieden gegen Nikola Sjekloca (Montenegro) am Sonnabendabend in Leipzig durfte der Halbschwergewichtler zwar seinen EM-Gürtel behalten. Doch ob das sein Karriereende verzögert, bleibt offen.

"Ich muss mir das überlegen. Ich merke schon, dass meine Zeit jetzt ...", sagte Stieglitz nach dem Kampf, ohne den Satz mit "vorbei ist" zu beenden. Stattdessen erklärte der 35-Jährige: "Ich bin zwar nicht schlecht, aber ich muss weiter sehen. Ich lasse mir das alles durch den Kopf gehen." Bei einer Niederlage hätte der Magdeburger wohl sofort seine Boxhandschuhe an den Nagel gehängt. Und dass das nicht passierte, ist für seinen Gegner ein Skandal. Sjekloca, der zuvor gegen Tyron Zeuge und Arthur Abraham nach Punkten verloren hatte, wertete das Remis als Betrug. "Das ist das dritte Mal, dass ich in Deutschland boxe, aber diesmal wurde ich betrogen, der Kampf wurde mir geklaut", schimpfte Sjekloca.

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