Mönchengladbach

Es müllert mal wieder

Der FC Bayern siegt in Mönchengladbach dank eines Treffers des lange glücklosen Thomas Müller

Mönchengladbach. Das Ding ist durch, keine Frage. Wenn sogar Thomas Müller wieder trifft...

Auch an diesem Spieltag machte der FC Bayern durch das 1:0 am Sonntagabend bei Borussia Mönchengladbach wieder drei Punkte auf Ex-Verfolger RB Leipzig gut, hat nun 13 Zähler Vorsprung auf den Aufsteiger (und 16 auf Borussia Dortmund). Bayern wird Meister, holt zum fünften Mal hintereinander die Schale. Aber wann? Schon am Ostersonnabend mit der Partie in Leverkusen? Feuer frei für sämtliche Rechenspiele. Klar ist: Fünf Siege aus den letzten neun Partien reichen. Die Unaufhaltsamen sind auf Kurs.

Doch das ist selbstverständlich für die Ancelotti-Truppe. "Wir haben heute schon ganz schön auf die Tube gedrückt. Es war ein wichtiger Sieg für uns, weil wir so weitermachen wollen, um im Flow zu bleiben", sagte Siegtorschütze Müller und erklärte die nie enden wollende Gier der Bayern: "Wir sind eben süchtig nach dem Gefühl des Siegens." Sechs Pflichtspiel-Erfolge hintereinander stehen schon wieder auf der Rekordmeister-Uhr.

In Gladbach war es nach 22:1-Treffern bei den vorherigen fünf Siegen ausnahmsweise mal wieder knapp. Was vor allem an Borussias Torwart Yann Sommer lag, der nach Arjen Robbens typischem Linksschuss von rechts an den Pfosten auch den Rebound, den Hechtkopfball von Robert Lewandowski, parierte (43.). Bayerns Torjäger Lewandowski blieb ohne Treffer und damit in der Torschützenliste hinter Kölns Anthony Modeste (22 Treffer) und Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang. Nicht nur der Pole musste vor den Länderspielen ohne persönlichen Erfolg auskommen, auch der Holländer Robben war verärgert. Erst, weil ihn Lewandowski einmal freistehend nicht bedient hatte, dann weil ihn Trainer Carlo Ancelotti in der 85. Minute auswechselte. Diese Sorgen möchten andere Bundesliga-Vereine haben! "Ich war auch nie glücklich nach Auswechslungen. Ich habe damit kein Problem, ich kann damit gut leben", sagte Ancelotti zu der Szene lediglich.

Die Gladbacher, vor dem Spiel die zweitbeste Rückrunden-Mannschaft mit nur zwei Zählern weniger als Bayern, liegen nun zwischen den Welten: Fünf Punkte Rückstand auf Europa-League-Platz sechs und auch nur fünf vor Relegationsrang 16. Bayern dagegen auf Turbo-Titelkurs, dank des "befreiten" Thomas Müller. Der 27-Jährige besiegte seinen Torfluch (die unerbittliche Uhr stoppte bei 848 torlosen Minuten) und erzielte seinen zweiten Saisontreffer. Erstes Erfolgserlebnis seit dem 10. Dezember, erstes Auswärtstor seit mehr als einem Jahr. Da gingen sämtliche emotionalen Gäule mit ihm durch – hätte man meinen können.

"Natürlich ein schöner Tag für mich", kommentierte er gelassen, "ich weiß jetzt, dass ich es noch in mir drin habe." Nach einem formidablen Chip-Pass von Thiago sprintete Müller in den freien Raum, stoppte den Ball typisch unorthodox mit rechts und überwand Sommer mit links (63.). Typisch Müller? Er witzelte: "Wenn man die Saison nimmt, weiß ich nicht, ob man von einem typischen Müller reden kann, weil: ich hab ja ein Tor erzielt." Ein ganz besonderes noch dazu. Mit seinem 93. Liga-Treffer im Jubiläumseinsatz Nummer 250 überholte er im Vereinsranking Ex-Stürmer Giovane Elber (92.). Es war der 99. Pflichtspieltreffer der Münchner in dieser Saison. Den Hunderter haben sie sich für den April und ihre neun (!) Bewährungsproben nach der nun folgenden Länderspielpause aufgehoben.

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