Sport

Schur verharmlost DDR-Doping

Radsportidol Gustav-Adolf "Täve" Schur (86) hat mit einem Interview für Entsetzen und Entrüstung gesorgt. "Der DDR-Sport war nicht kriminell, sondern vorzüglich aufgebaut: Der Aufbau der sportlichen Gesundheit der Bevölkerung aus den Kindergärten heraus über den Schulsport bis hin zu den Leistungssporteinrichtungen war einmalig", so Schur in der Zeitung "Neues Deutschland". Den DDR-Sport als kriminell zu bezeichnen, sei "völliger Quatsch", weil er "beispielhaft den Aufbau der Gesundheit vorantrieb und dabei auch noch international erfolgreich war". Er kenne "diese Berichte" über Minderjährigendoping in der DDR. Die Frage sei aber, "was wir denn noch vom Westdoping in Erfahrung bringen können. Nur so viel: Wir hatten in der DDR keine Dopingtoten, anders als im Westen." Er erwähnte in dem Zusammenhang den Tod der Leichtathletin Birgit Dressel 1987. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe, Trägerin der Hall of Fame des deutschen Sports, distanzierte sich sofort von Schur. Ein Rückzug der Nominierung für die virtuelle Ruhmeshalle blieb aber aus.

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