Nach Pokalpleite

Volleys-Manager Niroomand kritisiert Trainer Serniotti

Die BR Volleys verlieren nach der Pleite im Cupfinale gegen Friedrichshafen ihre Vormachtstellung. Schuld sind nicht nur die Spieler.

Kaweh Niroomand, Manager der BR Volleys, ist alles andere als begeistert über das Spiel seiner Mannschaft im Pokalfinale gegen Friedrichshafen

Kaweh Niroomand, Manager der BR Volleys, ist alles andere als begeistert über das Spiel seiner Mannschaft im Pokalfinale gegen Friedrichshafen

Foto: imago sport / imago/Sebastian Wells

Berlin.  Der Satz von Felix Fischer fiel fast beiläufig, doch er brachte die Lage bei den BR Volleys ziemlich gut auf den Punkt. "Wir müssen uns Gedanken machen", sagte der Mittelblocker, kurz nachdem seine Mannschaft das Pokalfinale in Mannheim gegen den VfB Friedrichshafen mit 1:3 verloren hatte.

Im dritten Aufeinandertreffen mit dem Rivalen vom Bodensee hatten die Berliner am Sonntag zum dritten Mal das Nachsehen. Die nationale Dominanz, mit der man im vergangenen Jahr Meisterschaft und Pokal gewonnen hatte, ist den BR Volleys in dieser Saison nun endgültig verloren gegangen. Manager Kaweh Niroomand schwante nach der erneuten Pleite Böses: "Das ist ganz schlecht für den weiteren Saisonverlauf", sagte er.

Und Niroomand sparte nicht mit Kritik: "Wir haben in engen Situationen den Kopf verloren", urteilte er über den Auftritt seiner Mannschaft. Auch Trainer Roberto Serniotti hatte am Sonntag nicht das richtige Rezept parat, wie die Friedrichshafener zu knacken sind. "Die Bank hatte heute nicht ihre Sternstunde", schimpfte Niroomand. Serniotti nahm die Kritik an: Er habe in einigen Momenten nicht die richtige Entscheidung getroffen, gestand der Coach ein.

Angreifer Carroll entschuldigt sich

Zwar war es keine krachende Niederlage, die BR Volleys erzielten nur sechs Punkte weniger als der VfB. "Wir haben jetzt ja nicht auf die Fresse bekommen. Es war sehr eng", meinte Felix Fischer. Doch genau das ließ die Berliner danach so hart daran knabbern. "Manchmal ist es schwerer, wenn du eine Chance hattest, als wenn du ganz klar verlierst", sagte Angreifer Paul Carroll. "Dann kannst du sagen, dass die anderen klar besser waren. Aber das war eben nicht der Fall."

Carroll trägt sicher nicht die alleinige Schuld an der Niederlage – immerhin war der Australier mit 16 Zählern punktbester Berliner. Und doch zeigt sich an seiner Person der Unterschied zwischen den BR Volleys der vergangenen und der laufenden Spielzeit: Beim Pokalsieg 2016 wurde Carroll noch zum wertvollsten Spieler gewählt, weil er die wichtigen Punkte machte.

Gegen Friedrichshafen gelang ihm das nicht. Als Berlin nach dem 0:2-Rückstand im vierten Satz plötzlich die Chance hatte, zum Ausgleich zu kommen und das Spiel noch zu drehen, vergab er gleich mehrere gute Gelegenheiten. "Ich kann mich bei der Mannschaft nur entschuldigen", sagte er. "Ich weiß selbst, dass ich in den wichtigen Momenten besser spielen kann."

Schwere Spiele in Champions League und Bundesliga

In Mannheim bot sich dasselbe Bild wie schon in der Bundesligapartie gegen Friedrichshafen. Auch dort hatten es die BR Volleys versäumt, die wichtigen Punkte zu machen. Von einer mentalen Schwäche wollte Berlins Kapitän Robert Kromm aber nichts wissen: "Das glaube ich nicht. Friedrichshafen hat taktisch clever gespielt. Sie waren im richtigen Moment immer da, haben viel abgewehrt und uns damit unter Druck gesetzt. Darauf müssen wir uns einstellen und Lösungen finden."

Coach Serniotti richtete seinen Blick deshalb schon wieder nach vorn. Am Donnerstag (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) treffen die BR Volleys in der Champions League auf Liberec, danach geht es in der Liga zum Tabellenzweiten Rhein-Main.

"Es ist gut, dass wir jetzt diese schwierigen Spiele haben", so Serniotti. Die Berliner wollen zeigen, dass sie aus der Pokalpleite die richtigen Schlüsse gezogen haben.

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