Volleyball

Serniotti steht bei BR Volleys am Scheideweg

Die BR Volleys brauchen dringend Siege. Geht die Pleitenserie weiter, kündigt Geschäftsführer Kaweh Niroomand Konsequenzen an.

Roberto Serniotti steht nach drei Niederlagen in der Kritik

Roberto Serniotti steht nach drei Niederlagen in der Kritik

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments

Berlin.  Der Blick auf die Tabelle der Champions League dürfte die Berliner Volleyballer nach dem vermasselten Pokalfinale besänftigen. Mit sieben Punkten führen die BR Volleys die Gruppe B vor dem vierten Spieltag an. Und haben die Chance, ihren Vorsprung noch auszubauen. Denn während der italienische Pokalsieger Lube Civitanova und der polnische Spitzenklub Asseco Resovia Rzeszow am Mittwochabend das kleine Finale der Königsklasse vom Vorjahr neu auflegten und sich dabei gegenseitig Punkte klauten, empfangen die Berliner an diesem Donnerstag den schwächsten Gruppengegner Dukla Liberec (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Der Trainer will von Rechenspielchen nichts hören

Vor zwei Wochen besiegten die Volleys das tschechische Team 3:0, ein ähnlich deutlicher Sieg würde die Berliner ihrem Ziel, die Play-off-Phase der besten zwölf Mannschaften zu erreichen, sehr nahe bringen. Er habe schon ein bisschen gerechnet, gestand Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand: "Wenn wir aus diesem Konzert an großen europäischen Mannschaften am Ende als Zweiter rausgehen, wäre das schon enorm."

Die besten beiden Teams aus jeder Gruppe qualifizieren sich für die nächste Runde. Auch die drei besten der fünf Gruppendritten ziehen ins Play-off ein, da Perugia Volley aus Gruppe E als Ausrichter des Finalturniers direkt qualifiziert ist. Volleys-Trainer Roberto Serniotti will davon nichts hören: "Wir werden nicht den Fehler machen, vor dem vierten Spieltag mit Rechenspielchen zu beginnen", sagt der Italiener.

Vergangene Saison endete mit drei Titeln

Der 54-Jährige weiß genau, wie trügerisch eine gute Position sein kann. Bis zum Jahresende wirkten die Berliner schier unangreifbar, dann folgten kurz hintereinander die Niederlagen gegen Lüneburg und Friedrichshafen in der Liga. Vor zwei Wochen trennte sich der Klub von Außenangreifer Nikola Kovacevic, weil der Serbe sich nicht integrieren ließ. Nach dem Pokalfinale kritisierte Niroomand Trainer Serniotti öffentlich. Der Italiener, der schon in der vergangenen Saison unter Beobachtung stand, wirkte ideenlos, in den Auszeiten schauten die Spieler an ihm vorbei, er erreichte sie mit seiner Ansprache nicht.

Es ist eine ähnliche Situation wie vor ziemlich genau einem Jahr, als die BR Volleys in der Gruppenphase der Königsklasse scheiterten. Das große Saisonziel, sich über die nationalen Erfolge hinaus endlich in der Weltspitze zu etablieren, war bereits im Januar verpasst. Es hätte die enttäuschendste Saison der BR Volleys werden können. Stattdessen wurde es die erfolgreichste: Die Mannschaft gewann das Triple aus nationaler Meisterschaft, DVV-Pokal und Europa-Cup und machte das Champions-League-Aus damit vergessen.

Siege gegen Liberec und in Frankfurt sind Pflicht

Aktuell ist es umgekehrt. Mit dem Supercup und dem deutschen Pokal mussten die Berliner in dieser Saison schon zwei nationale Trophäen dem VfB Friedrichshafen überlassen. In der Bundesliga stehen sie auf Platz drei. Ein Sieg an diesem Sonntag beim Tabellenzweiten United Volleys aus Frankfurt ist von Nöten (16 Uhr, sportdeutschland.tv), um nicht den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren.

Eine Niederlage am heutigen Abend reicht, und Niroomand wird Maßnahmen ergreifen. "Sollten wir verlieren, müssen wir uns ein paar grundsätzliche Gedanken machen", sagt er. Gelingen aber zwei Siege, werden die Diskussionen wohl wieder verstummen. Vorerst.

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