Volleyball

Ruben Schott setzt sich selbst zu sehr unter Druck

Der Jungprofi der BR Volleys will endlich sein Potenzial zeigen und sich in Berlin für einen neuen Vertrag empfehlen.

Ruben Schott will bei den BR Volleys sein Können beweisen

Ruben Schott will bei den BR Volleys sein Können beweisen

Foto: nph / Kurth / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Folge eins hat Ruben Schott bereits gehört. Vom ehemaligen Bundestrainer Vital Heynen bekam der Außenangreifer der BR Volleys im vergangenen Jahr ein Audioprogramm, um die italienische Sprache zu lernen. Italienisch könnte der 22-jährige Volleyballprofi gut gebrauchen. Etwa, um seinen Trainer Roberto Serniotti besser zu verstehen oder den neuen Bundestrainer Andrea Giani. "Viel weiter als über die erste Folge bin ich aber noch nicht hinausgekommen", gibt er zu.

Momentan muss Schott sich ohnehin voll auf seine neue Rolle bei den BR Volleys konzentrieren. Als Steven Marshall sich vor zwei Wochen das Außenband am rechten Fußgelenk riss, war Ruben Schott gefordert. Anstatt Robert Kromm für einige Punkte in der Annahme zu entlasten, spielte der junge Berliner plötzlich durch – und er lieferte prompt eine gute Leistung ab beim 3:2 in der Champions League gegen Asseco Resovia Rzeszow.

"Er hat das gegen die Polen richtig gut gemacht", lobt Kaweh Niroomand. In den vergangenen beiden Partien gegen Herrsching und Solingen war der Volleys-Geschäftsführer aber weniger zufrieden. "Ich habe den Eindruck, dass Ruben gerade zu viel denkt", sagt Niroomand. Schott pflichtet ihm bei. "Gegen Gegner aus der Bundesliga setze ich mich selbst mehr unter Druck, als wenn wir gegen einen richtig starken Gegner aus der Champions League antreten."

Solch einen Gegner treffen die BR Volleys am Mittwoch in der Königsklasse (21 Uhr, laola1.tv). Gegen den italienischen Tabellenführer Lube Civitanova geht es um den Gruppensieg. Beim überraschenden 3:1 im Hinspiel war Schott mit zwei Annahmen beteiligt, den Rest erledigten Marshall und Kromm auf der Außenposition. Auch jetzt ist die Hauptaufgabe des 22-Jährigen, seinen Kapitän in der Annahme zu entlasten, damit der sich auf den Angriff konzentrieren kann.

Es geht aber auch darum, sein eigenes Potenzial zu zeigen – entweder den Volleys oder einem anderen interessierten Klub. "Wir haben noch keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung geführt", sagt Schott. "Ich will die Spielzeit nutzen, die ich jetzt bekomme, um mich für alles anzubieten." Das sprachliche Vorankommen ist bei dem Kurztrip nach Italien jedenfalls nebensächlich.

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