Eishockey

Eisbären-Stars mit Ladehemmung zur Unzeit

Die Eisbären-Torjäger Petersen, Rankel und Olver haben im Play-off ihre Präzision verloren. Zum Glück trifft aber MacQueen.

Nick Petersen traf in der DEL-Hauptrunde 13 Mal. Doch in der entscheidenden Meisterschaftsphase fehlt ihm noch ein Treffer

Nick Petersen traf in der DEL-Hauptrunde 13 Mal. Doch in der entscheidenden Meisterschaftsphase fehlt ihm noch ein Treffer

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Seinen Spitznamen hat Jamie MacQueen längst weg. Bei den Eisbären nennen sie den Stürmer nur noch das "Play-off-Monster", wegen seiner vier Tore und fünf Punkte in der laufenden Play-off-Runde. Es klingt auf jeden Fall viel besser als Lückenfüller, auch wenn diese Bezeichnung ebenso gut passen würde.

Petersen seit seiner Verletzung frustriert

Denn fürs Toreschießen waren bei den Eisbären in dieser Saison bislang eher andere Spieler zuständig: allen voran Nick Petersen und Darin Olver, in der Hauptrunde noch mit jeweils 13 Treffern erfolgreichste Schützen bei den Berlinern. Beide haben momentan allerdings Ladehemmung. Vor allem Petersen hat seit seiner Verletzung überhaupt noch nicht wieder getroffen. "Es ist ein bisschen frustrierend", sagt er.

Doch dafür präsentiert sich MacQueen in bestechender Form. Auch seine beiden Mitspieler in der dritten Sturmreihe, Spencer Machacek und Julian Talbot, sorgen im Play-off bislang für viel Torgefahr. Zusammen haben sie in den ersten drei Spielen bereits elf Scorerpunkte gesammelt – der Rest des Teams hat neun.

MacQueen trifft offenbar in jeder Liga

Stefan Ustorf hat immer daran geglaubt, dass Jamie MacQueen der Mannschaft weiterhelfen kann. "Er hat in den vergangenen beiden Jahren in der Zweiten Liga seine Torjägerqualitäten gezeigt", sagte der Sportliche Leiter der Eisbären schon bei der Verpflichtung des 28-Jährigen im vergangenen April. In der Saison 2015/16 war MacQueen im Trikot der Kassel Huskies zweitbester Torschütze der DEL 2 gewesen. Zudem war er beim Titelgewinn der Nordhessen mit zwölf Toren und zehn Vorlagen in 14 Spielen Play-off-Topscorer der Liga. "Er ist einer, der sich auch im Play-off noch einmal steigern kann", hatte Ustorf damals gesagt. Nun scheint sich seine Prognose tatsächlich zu bewahrheiten.

Die Produktivität der hinteren Reihen ist in der entscheidenden Meisterschaftsphase bisher das große Plus der Eisbären. "Wir haben eine relativ balancierte Aufstellung im Augenblick, mit vielen Reihen, von denen Torgefahr ausgeht", sieht Ustorf das Positive. Auch Trainer Uwe Krupp betont, wie wichtig das ist: "Ohne Beiträge der gesamten Mannschaft gewinnst du keine Spiele", so der Eisbären-Coach.

In Mannheim bereits einiges richtig gemacht

Er ist trotz der knappen 3:4-Niederlage im ersten Viertelfinalspiel am Dienstag gegen die Adler Mannheim zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Wir haben bis drei Sekunden vor Schluss geführt, also müssen wir einiges richtig gemacht haben."

Im Heimspiel an diesem Freitag (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) wollen die Berliner die Serie ausgleichen. "Wir brauchen uns vor dem Gegner nicht zu verstecken", sagt Stürmer André Rankel. Dass die Topspieler zurzeit kaum Tore schießen, beunruhigt den Kapitän der Eisbären jedenfalls nicht: "Im Play-off nehmen sich die Gegner oft gegenseitig ihre ersten Reihen aus dem Spiel. Das ist ganz normal", sagt er. Vor einem Jahr war die Situation allerdings ganz ähnlich gewesen. Auch im Viertelfinale der vergangenen Saison gegen die Kölner Haie war die vermeintliche Top-Reihe – damals Darin Olver, Barry Tallackson und Marcel Noebels – kalt gestellt worden. Mit dem Ergebnis, dass die Eisbären die Serie mit 3:4 verloren und nach dem zweiten Platz in der Hauptrunde vorzeitig ausschieden. Darauf angesprochen, meint André Rankel bloß: "Was in der Vergangenheit war, interessiert jetzt nicht mehr."

Schwerer auszurechnen durch ausgeglichenen Kader

Er schaut lieber auf den aktuellen Zustand der Mannschaft, und der sei gut. "Wir sind sehr ausgeglichen und dadurch unberechenbarer als noch in der regulären Saison", sagt er, "und das gibt uns zusätzliches Selbstvertrauen." Selbst Nick Petersen hat trotz seiner Abschlussschwäche den Optimismus nicht verloren. "Ich werde weiter mein Spiel spielen und meine Chancen bekommen", sagt er. Irgendwann würden die Pucks schon wieder reingehen.

Und bis dahin haben die Eisbären ja immer noch ihr Play-off-Monster Jamie MacQueen.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

Meistgelesene