Eishockey

Viertelfinalsiere: Eisbären verlieren bei den Adlern

Die Eisbären haben ihr drittes Viertelfinalspiel gegen Mannheim verloren - mit der bislang schlechtesten Leistung 2:3.

Aufgewühlt oder gar enttäuscht blickte Frank Hördler nicht drein. Eher so, als würde er überhaupt keinen Grund zur Aufregung sehen. Ein Spiel ist ein Spiel, das kann man mal verlieren. Auch im Play-off. Einige der Kollegen, die an ihm vorbei aus der Kabine in der Mannheimer Arena heraus zum Bus gingen, trugen da schon mehr Spuren des Erlebten in ihren Gesichtszügen. Mit 2:3 (1:2, 0:1, 1:0) unterlagen die Eisbären vor 13.600 Zuschauern in der dritten Partie des Viertelfinales zwischen dem EHC Eisbären und den Adlern aus Mannheim.

Im Vergleich zu den beiden Partien zuvor, die 3:4 nach Verlängerung und 6:3 endeten, lieferten die Berliner ihre schwächste Play-off-Leistung ab. In der "Best of seven"-Serie liegen sie dadurch 1:2 zurück. "Mannheim hat sich etwas gesteigert, wir waren nicht so stark", sah EHC-Trainer Uwe Krupp den Unterschied. Doch auch er wirkte nicht mitgenommen. Denn trotz der Defizite gelang es den Eisbären, die Partie eng zu gestalten. "Mit ein bisschen Glück wäre sogar mehr möglich gewesen", sagte Hördler. Das macht die Leistung der Berliner, die von gut 600 Fans unterstützt wurden, zwar nicht besser. Es lässt jedoch die Zuversicht wachsen, die Adler in der nächsten Partie wieder packen zu können.

Mannheim startet mit enorm viel Druck in die Partie

Wenig überraschend starteten die Mannheimer, bei denen Trainer Sean Simpson vier Spieler ausgetauscht hatte, mit jeder Menge Elan in diese dritte Partie. Es dauerte mehr als fünf Minuten, bis die Eisbären sich ein wenig vom Druck befreien konnten. "Da war es schwierig für uns, aus dem eigenen Drittel herauszukommen", so Hördler. Direkt nach dem ersten koordinierten Angriff der Berliner schlug es allerdings bei Petri Vehanen ein, Brent Raedeke kam ungehindert zum Schuss (6.).

Die Partie entwickelte sich ganz anders als die beiden Spiele zuvor. Da hatten sich die Berliner, denen Spencer Machacek verletzt fehlte und die daher wieder mit Kyle Wilson aufliefen, furchtlos und unerschrocken dem Offensivdrang hingegeben. Diesmal agierten sie, nein, sie reagierten überwiegend. Wie ein braves Auswärtsteam verhielten sie sich meistens, zurückgezogen in das eigene Drittel. Dafür allerdings waren sie effektiv, einer der wenigen guten Vorstöße wurde durch Louis-Marc Aubry nach einem kurzen Solo mit dem Ausgleich abgeschlossen (12.).

Was danach folgte, war die wohl schwächste Phase beider Mannschaften in der bisherigen Serie. Die Eisbären schafften es jedoch, sich in dieser Episode mit unnötigen Strafzeiten selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Noch dazu kassierten die Berliner diese Strafen bei eigenen Angriffen. Das gute Überzahlspiel der Adler führte nach einem Treffer von Chad Kolarik erneut zum Rückstand (19.).

Dieses Ergebnis veranlasste die Eisbären, sich etwas aktiver zu verhalten. Die Partie wurde offener, ähnlich wie in den Spielen zuvor wechselte das Geschehen häufiger hin und her. Nur kreierten die Berliner kaum noch zwingende Momente. Allerdings unterlief ihnen erneut ein Fehler in der Abwehr. Darin Olver konnte einen Pass auf Luke Adam nicht richtig stoppen, sodass der Puck beim Mannheimer und letztlich zum 1:3 im Netz landete (28.). Erstmals in der Serie lagen die Berliner mit zwei Treffern zurück.

Erschreckender als das war die Folge. Eine Zeit lang lief bei den Eisbären gar nichts mehr zusammen, Spieler behinderten sich gegenseitig. "Das passiert, man will hart spielen, geht immer hinterher", sagte Hördler. Stürmer Darin Olver checkte den eigenen Torwart an der Bande. Dem fiel der Schläger aus der Hand und Bruno Gervais fing sich eine Strafe ein, weil er Vehanen den Schläger quasi zuschießt. Daniel Fischbuch sieht Aubry einen verheißungsvollen Angriff starten, fährt aber nicht mit, sondern will wechseln. Wie im Kuriositätenkabinett ging es zu. Die zweite Pause erlöste die Eisbären.

Sie konnten sich sammeln, noch einmal daran denken, wie sie den Adlern bisher begegnet sind in der Serie. So ähnlich verlief schließlich der letzte Abschnitt. "Wir konnten wieder mehr im gegnerischen Drittel spielen", sagte Hördler. Und dabei auch Gefahr vor dem Tor von Dennis Endras entfachen. Florian Busch verkürzte (54.), ein passender Schütze, denn er spielt mit Aubry und Fischbuch in einer Sturmreihe. Es war das einzige der vier Offensivtrios, das sich an diesem Tag effektvoll in Szene setzte.

Mit dem Sieg sehen sich die Adler nun endlich richtig in der Serie angekommen. "Ich glaube, das war von der Mannschaftsleistung das beste Spiel bisher", sagte Stürmer David Wolf. Ängstigen konnten sie die Eisbären damit nicht. Am Mittwoch findet in Berlin die vierte Partie statt (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena). "Wir gehen da mit einem guten Gefühl rein", erzählte Frank Hördler. War etwas passiert, das daran etwas ändern sollte? Hördler erweckte diesen Eindruck nicht.

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