Handball

Petkovic und das Rendezvous mit der alten Liebe

Bei seiner Heimpremiere mit den Füchsen trifft Neu-Trainer Petkovic auf seinen früheren Verein Göppingen. Geschäftsführer Hanning erwartet einen Sieg.

Füchse-Trainer Velimir Petkovic feiert am Mittwochabend in der Schmeling-Halle sein Heim-Debüt

Füchse-Trainer Velimir Petkovic feiert am Mittwochabend in der Schmeling-Halle sein Heim-Debüt

Foto: imago sport / imago/Beautiful Sports

Berlin.  Bei den Füchsen zählt derzeit jede Trainingsminute doppelt. Jede Übung wird daher auch mit höchster Konzentration von den Profis umgesetzt. Mit Argusaugen wacht Velimir Petkovic darüber, dass die Handballspieler seinen Vorgaben Folge leisten. Und dabei rasch verstehen, wie er sich erfolgreichen Handball vorstellt. Ist ja erst ein paar Tage her, dass der neue Trainer der Füchse die Berliner Mannschaft von Erlingur Richardsson übernahm. Eingewöhnung im Eiltempo lautet die Maxime im Fuchsbau. Wie gut diese bereits gelungen ist, wird sich auch am Mittwochabend zeigen, wenn Petkovic gegen Frisch-Auf Göppingen (19 Uhr, Schmeling-Halle) sein Debüt vor heimischem Publikum gibt. Es ist auch das Treffen mit Ex-Klub.

Bosnier führte die Schwaben zu zwei EHF-Cup-Erfolgen

Petkovic und Göppingen, das ist viel mehr als nur eine von bislang immerhin schon acht Trainerstationen im Leben des 60-Jährigen. Leidenschaftliche Liaison trifft es schon eher, innige Liebe wohl aber noch viel besser. Fast zehn Jahre saß Petkovic bei den Schwaben auf der Bank, eine halbe Ewigkeit im schnelllebigen Geschäft des Profisports. Er führte Göppingen in die Bundesligaspitze und gewann mit dem Traditionsklub zweimal den EHF-Cup. Aber Göppingen ist für ihn Geschichte, und mit der Nostalgie hat es der Bosnier eh nicht unbedingt.

"Natürlich bin ich Göppingen stark verbunden, ich habe das Team entwickelt und vorangebracht. Doch im Spiel gibt es keine Gefühle. Wir werden alles tun, um zwei Punkte zu holen", sagt der Füchse-Coach. Immerhin aber räumt er auch ein, große und sehr schöne Momente mit Göppingen erlebt zu haben. "Natürlich wird es deshalb ein emotionales Spiel für mich, aber ich bin jetzt bei den Füchsen, deshalb will ich Göppingen schlagen."

Diese großen und schönen Momente will Petkovic nun in Zukunft auch mit den Füchsen erleben. Und der Anfang ließ schon einmal viel Gutes erahnen. Bei seinem ersten Spiel als Coach unterlag Petkovic mit den Berlinern bei Meisterfavorit Flensburg am vergangenen Sonntag nur knapp mit 26:27, auch aufgrund strittiger Schiedsrichterentscheidungen. Die Leistung der Füchse aber war top.

Nenadic und Tönnesen melden sich gesund, Vukovic operiert

"Wir wollen gegen Göppingen zeigen, dass unser Auftritt in Flensburg kein Zufall war", sagt Petkovic, der am Mittwoch wieder auf Torjäger Petar Nenadic und Rückraumspieler Kent Robin Tönnesen bauen kann. Beide Spieler meldeten sich nach einem Infekt wieder gesund. Fehlen wird jedoch Drago Vukovic - und das für längere Zeit. Für den Kroaten ist die Saison nach einer Schulter-Operation (Riss zweier Sehnen) vorzeitig beendet. "Wir hoffen, dass Drago möglichst schnell wieder gesund wird", sagt Geschäftsführer Bob Hanning.

Die Leistung in Flensburg gibt den Füchsen Mut für die letzten beiden Spiele des Jahres und vor der WM-Pause. Nach Göppingen folgt am Montag noch die Partie gegen den HSC Coburg (15 Uhr, Schmeling-Halle). "Wir haben die Messlatte gesetzt. Das ist das, was wir können", sagt Hanning und gibt die Marschroute für den Jahresabschluss vor: "Die Mannschaft weiß sehr wohl, dass sie zwei Heimsiege zu liefern hat. Und wenn wir die beiden Spiele auch tatsächlich gewinnen, sind wir auf einem guten Weg." Derzeit liegen die Berliner in der Bundesliga hinter dem punktgleichen Spitzentrio Flensburg, Kiel und Rhein-Neckar Löwen (jeweils 30:2 Punkte) auf Rang vier (24:8). Dass der gute Auftritt in Flensburg schon auf den Neu-Trainer Petkovic zurückzuführen ist, will Hanning nicht bewerten. "Grundsätzlich mag ich keine Euphorie nach Trainerwechseln", sagt Hanning, der aber einräumt, dass Paul Drux und Steffen Fäth zum Beispiel klar besser waren als zuvor.

Jetzt also Göppingen, Petkovics alte Liebe. Nach einem schwachen Saisonstart gelangen den Schwaben zuletzt sechs Siege in Folge (Liga und EHF-Cup). Petkovic ahnt: "Ich erwarte einen heißen Tanz."

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