Handball

Spreefüxxe reloaded: Wurf für Wurf zum Titel

Im vergangenen Jahr zogen sich die Spreefüxxe wegen finanzieller Gründe aus der Handball-Bundesliga zurück. Nun peilt der Drittligist wieder höhere Ziele an.

Jessica Jander von den Spreefüxxen beim Sprungwurf

Jessica Jander von den Spreefüxxen beim Sprungwurf

Foto: Andreas Kunde / BM

Berlin.  Schon beim ersten Training mit den alten Kolleginnen war alles wie früher. "Als ob ich nie weg gewesen wäre", sagt Bianca Trumpf. Als sich die Füchse-Handballerinnen im vergangenen Frühjahr aus der Bundesliga zurückziehen mussten, weil ihnen das Geld für eine weitere Saison im Oberhaus fehlte, war Trumpf nach Altlandsberg gewechselt, zum direkten Konkurrenten in der dritten Liga. "Aber mit Herz und Kopf bin ich immer bei den Spreefüxxen geblieben", sagt sie.

Auch Alexandra Sviridenko ist zurück

Im Dezember verließ sie Altlandsberg, seitdem spielt sie wieder für die Berlinerinnen. Zuvor war schon Alexandra Sviridenko zurückgekehrt, im Sommer eine von neun Spielerinnen des Bundesliga-Kaders, die ihre Sportschuhe an den Nagel gehängt hatte. Zunächst sollte sie nur aushilfsweise einspringen, doch nun hat sie ihren Vertrag bis Saisonende verlängert. "Es fühlt sich an wie nach Hause kommen. Länger als die paar Monate hätte ich ohne die Mädels nicht ausgehalten", sagt sie. Mit Spielmacherin Sabrina Neuendorf hat sich eine weitere Ehemalige dem Team angeschlossen.

Nach dem Rückzug aus der Bundesliga hatten sich ursprünglich nur zwei Spielerinnen fürs Weitermachen entschieden: Anna Blödorn und Anna Eber. Der Rest des Kaders wurde mit Aktiven aus der zweiten Mannschaft und der eigenen Jugend aufgefüllt. Erfolgstrainer Lars Melzer verließ den Klub, für ihn übernahm Christian Schücke. Der Verein schien am Boden, eine Rückkehr in den höherklassigen Handball für Jahre vom Tisch.

Die Hinrunde ohne Punktverlust beendet

Doch mittlerweile ist man bei den Spreefüxxen wieder optimistisch. Die Hinrunde hat der Verein ungeschlagen beendet, ist momentan Tabellenführer. Vor dem Rückrundenauftakt am Sonntag (17 Uhr, Sporthalle Charlottenburg) gegen die HSG Blomberg-Lippe II sprechen einige Spielerinnen bereits von der Drittliga-Meisterschaft. "Das muss jetzt das Ziel sein", sagt Anna Blödorn, mit bislang 91 Treffern die beste Torschützin des Teams.

Die sportlichen Voraussetzungen wären damit erfüllt, doch ein möglicher Aufstieg in die zweite Liga hängt noch von ganz anderen Fragen ab: Reicht es finanziell, um die höheren Kosten zu stemmen? Managerin Britta Lorenz will sich dazu bis Februar mit dem Verein und Sponsoren zusammensetzen. Und wollen die Spielerinnen überhaupt in die zweite Liga? "Mit dem aktuellen Kader wären wir sicher zweitligatauglich", sagt Blödorn, "aber wenn ein oder zwei von den Erfahrenen nicht mit hochgehen, sähe die Sache schon ganz anders aus." In der höheren Spielklasse würde der Aufwand durch zusätzliche Trainingseinheiten und weite Auswärtsfahrten steigen. Viele Spielerinnen der Spreefüxxe sind jedoch berufstätig und können das womöglich nicht leisten.

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