Handball

Füchse erwartet in Slowenien ein hitziger Auftakt

In Slowenien beginnt für die Füchse an diesem Donnerstag die Gruppenphase im EHF-Cup. Ziel der Berliner ist das Final Four Ende Mai in Göppingen.

Der kroatische Nationalspieler Jakov Gojun (vorn) wird bei den Füchsen durch seine Vielseitigkeit immer wichtiger

Der kroatische Nationalspieler Jakov Gojun (vorn) wird bei den Füchsen durch seine Vielseitigkeit immer wichtiger

Foto: Marijan Murat / dpa

Berlin.  In Ribnica dreht sich in diesen Tagen alles um Handball. Zum ersten Mal in der 60-jährigen Vereinsgeschichte hat der slowenische Klub sich für den EHF-Cup qualifiziert. Das Spiel gegen die Füchse Berlin am heutigen Donnerstag um 19 Uhr ist der Auftakt in die Gruppenphase des europäischen Wettbewerbs.

Wiedersehen mit dem Dänen Torsten Laen

"Das ist das Spiel des Jahres für die", sagt Füchse-Trainer Velimir Petkovic. Die Stadt selbst hat nur knapp 3500 Einwohner, 1000 passen in die Halle, die seit Monaten ausverkauft ist. Eigentlich sind das zu wenige Plätze, aber der europäische Verband EHF hat Ribnica eine Sondergenehmigung erteilt. Der Klub, der mit Nik Henigman und Jan Grebenc zwei Bronze-Medaillengewinner der WM in seinen Reihen hat, führt ohne Niederlage die slowenische Liga an. "Das wird hitzig", glaubt Petkovic.

Die weiteren Gruppengegner sind Saint-Raphael aus Frankreich und der dänische Klub GOG, bei dem der ehemalige Füchse-Kapitän Torsten Laen spielt. "Dänen sind immer unangenehm, und Saint-Raphael spielt eine super Saison", sagt Petkovic. Die Gruppenersten ziehen sicher ins Viertelfinale ein sowie die drei besten Gruppenzweiten. Umso wichtiger ist ein Sieg gegen Ribnica, denn Petkovic hat schon ein klares Ziel vor Augen: Das Final Four um den Pokal wird am 20. und 21. Mai in seiner Heimatstadt Göppingen ausgetragen.

Doppelter Bänderanriss: Kozina fällt wochenlang aus

Neun Jahre arbeitete Petkovic dort und führte den Verein 2006 zum europäischen Titel. "Das ist in meine Stadt", sagt er. "Mein größter Wunsch ist es, in Göppingen mit den Füchsen zu feiern." Unter den 16 Teams sind die Füchse nach einer Umfrage der EHF mit elf Nennungen der klare Favorit auf den Titel. Petkovic weiß aber auch: "Bis dahin ist es noch ein weiter Weg."

Momentan plagt die Füchse mal wieder das Verletzungspech: Neben Fabian Wiede und Drago Vukovic (Schulter), fällt Bjarki Ellison wegen einer Hüftverletzung aus. Außerdem hat sich Kreisläufer Krezimir Kozina in der vergangenen Woche zwei Bänder am rechten Knöchel angerissen und muss bis zu sechs Wochen pausieren. Neben Ignacio Jimenez, der normalerweise nicht allzu viele Einsätze bei den Füchsen erhält, will Petkovic keinen Nachwuchsspieler für den Kreis nachnominieren, sagt er. Abwehrchef Jakov Gojun soll diese Rolle übernehmen. Der Kroate, der im linken Rückraum beheimatet ist, besetzt in der Defensive ohnehin das Zentrum, nun soll er auch offensiv am Kreis agieren.

Trainer Petkovic plant neue Variante mit der Abwehr

Der kroatische Nationalspieler wurde zuletzt vermehrt von seinem Trainer für neue Aufgaben auserkoren: Als er mit dem vierten Platz von der WM zu den Füchsen zurückkehrte, suchte Petkovic gleich das Einzelgespräch mit Gojun, denn er möchte die offensive 5:1-Deckung der kroatischen Auswahl in das Repertoire der Füchse aufnehmen. "Ich habe bislang sowohl in Göppingen als auch in Wetzlar immer davon profitiert, die Abwehr kurzzeitig umzustellen", sagt er. Ribnica spielt auch in diesem System. Wer sich bei wem etwas abschauen kann, wird sich zeigen.

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