Handball

Geschockter Füchse-Trainer gibt Spielern frei

An der größten Problemzone seiner Handballer kann Petkovic kurzfristig nichts ändern, ein freier Tag soll den Spielern helfen.

Trainer Velimir Petkovic hat seinen Handballern eine Pause verordnet, damit sie im EHF-Cup anders auftreten als zuletzt in der Bundesliga

Trainer Velimir Petkovic hat seinen Handballern eine Pause verordnet, damit sie im EHF-Cup anders auftreten als zuletzt in der Bundesliga

Foto: Jan-Philipp Burmann / City-Press GbR

BERLIN.  Velimir Petkovic wollte gar nicht mehr aufhören zu reden. "Diese Pressekonferenz habe ich mir ganz anders vorstellt", sagte der Füchse-Trainer nach der Niederlage seiner Mannschaft gegen den Tabellenletzten Bergischer HC (29:30). "Das ist ein Schock, ich bin richtig enttäuscht. Jetzt steht uns harte Arbeit bevor."

Spielplatz und Schwimmbad gegen die schlechte Laune

Für den nächsten Tag gab er seinen Spielern frei. Mathias Zachrisson ging mit seinem Sohn auf den Spielplatz, Petr Stochl genoss ein ausgiebiges Frühstück mit seiner Frau, und Paul Drux entspannte seine Gliedmaßen beim Schwimmen. So kurios es klingen mag, die Spieler mit einem freien Tag für das desaströse Auftreten am Mittwochabend zu belohnen, so sinnvoll könnte diese Maßnahme sein. Mit Training allein wird Petkovic das aktuelle Problem der Berliner auch nicht lösen können – jedenfalls nicht bis zum Sonntag, wenn die Füchse im EHF-Cup den französischen Klub Saint-Raphael empfangen (15 Uhr, Schmeling-Halle).

Die Franzosen haben mit Sicherheit schon die letzten Videoaufnahmen der Füchse gesammelt, dabei wird ihnen aufgefallen sein, was auch Lemgo und dem Bergischen HC nicht verborgen geblieben ist: Der Mittelblock schwächelt. Ohne Fabian Wiede, Drago Vukovic und Kresimir Kozina, die momentan die Tribüne schmücken, haben die sonst für ihre Abwehr so gefürchteten Füchse eine Problemzone, die sie erst einmal nicht beheben können.

Nationalspieler Drux und Fäth gehen auf dem Zahnfleisch

Zuletzt halfen Drux und Steffen Fäth aus, doch die deutschen Nationalspieler gehen laut Aussage von Drux "auf dem Zahnfleisch". Fäth hat zudem mit seiner Achillessehne zu tun und wurde während der Partie mehrmals behandelt. "Der Bergische HC hat uns genau da erwischt, wo man uns im Moment erwischen kann", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. "Die anderen Gegner werden das auch versuchen."

Um sich gegen Saint-Raphael aber nicht noch einmal so zu blamieren, tanken die Berliner jetzt Kraft. Mehr Spieler werden sie bis zum Sonntag schließlich nicht, dafür müssen sich bis dahin aber die Körpersprache und die Einstellung ändern, verlangt Petkovic. "Ich muss jetzt versuchen, die Mannschaft zurückzuholen", sagte er. Bei einigen Spielern ist das schon gelungen: Kevin Struck und Bjarki Elisson trainierten am Donnerstag freiwillig.

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