Hertha BSC

Stadiondebatte: Wie Hertha Fans und Mitglieder einbindet

In der Debatte um den Standort für ein neues Hertha-Stadion äußert sich nun auch Vereinspräsident Werner Gegenbauer.

Marvin Plattenhardt beim Eckball im Berliner Olympiastadion (Archivbild)

Marvin Plattenhardt beim Eckball im Berliner Olympiastadion (Archivbild)

Foto: imago sport / imago/Bernd König

Die Diskussion um den Bau eines Fußballstadions bewegt die Gemüter. Da Hertha BSC aber erst Ende März die Resultate einer Machbarkeitsstudie publiziert, herrscht derzeit viel Ungewissheit. So wurde in einem Medienbericht als möglicher Standort zum wiederholten Mal das Gelände um das Reiterstadion im Olympiapark in die Diskussion geworfen. Dazu sagte der Präsident von Hertha BSC, Werner Gegenbauer, am Sonntag der Berliner Morgenpost: "Das Reiterstadion oder das Gelände drumherum steht nicht zur Debatte. Diesen Standort hat Hertha noch nie in Betracht gezogen."

Das Thema der Heimstätte ist ein emotionales. Seit 1963 spielt Hertha im Olympiastadion. Viele Fans lieben die für die Olympischen Spiele 1936 errichtete Heimstätte. Um die Zukunftsfähigkeit von Hertha zu sichern, will die Geschäftsführung um Michael Preetz ein reines Fußballstadion (Kapazität 50.000 bis 55.000 Zuschauer) errichten lassen. Hertha bekommt das Olympiastadion mit seinen 74.500 Plätzen seit Jahrzehnten nicht gefüllt, es sei denn der Gegner (FC Bayern oder Borussia Dortmund) bringt viele Anhänger mit.

Öfffentliche Veranstaltung für Mitglieder und Fans

Das Hertha-Präsidium wird auf der nächsten Sitzung am 14. März das Kommunikationskonzept in der Stadion-Debatte beschließen. Nach Morgenpost-Informationen sieht es so aus: Ende März gibt es eine öffentliche Veranstaltung für Mitglieder sowie Fans. Parallel wird Hertha im Internet eine Plattform einrichten, auf der sich jeder einbringen kann. Ende Mai auf der Mitgliederversammlung ist das Stadion-Thema ein wichtiger Bestandteil.

Spannend wird sein, wie Hertha nach der Diskussionsphase zu einer Entscheidung kommt: Treffen Geschäftsführung, Präsidium und Aufsichtsrat einen Beschluss? Oder gibt es – das wäre eine Premiere in der seit 1892 dauernden Hertha-Historie – eine Urabstimmung? Falls ja: Das reguläre Organ des Vereins ist die Mitgliederversammlung. Wird dort abgestimmt? Oder erhalten alle 34.750 Mitglieder (per Post oder via Internet) die Chance zu wählen?

So, wie sich der Senat, besonders der für Sport zuständige Innensenator Andreas Geisel (SPD), in der Frage eines möglichen Neubaus bisher geäußert hat, weiß Hertha: Es ist derzeit das Interesse des Senats, Hertha als Ankermieter im Olympiastadion zu behalten. Der Senat unterstützt keinerlei Bemühungen von Hertha, in Berlin ein neues Stadion zu errichten. Deshalb werden bei den Optionen, die der Bundesligist Ende März der Öffentlichkeit vorlegen wird, auch Standorte in Brandenburg enthalten sein.

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