Bundesliga

Hertha geht nach Asien

Angebot für eine lukrative Reise nach Japan liegt vor. Zudem suchen Herthas Klub-Verantwortliche Investoren in China und den USA

Hertha setzt in Asien auf die Strahlkraft seines Japaners Genki Haraguchi (l., im Duell mit dem Kölner Yuya Osako

Hertha setzt in Asien auf die Strahlkraft seines Japaners Genki Haraguchi (l., im Duell mit dem Kölner Yuya Osako

Foto: Fotostand / Bansemer / picture alliance / Fotostand

Berlin.  Es gibt sicher eine Weisheit von Konfuzius, die erzählt von den ­vielen kleinen Schritten, die ­nötig sind, um eine große Strecke zu bewältigen. Hertha BSC befindet sich schon länger auf diesem Weg, der den Bundesliga-Klub bereits in diesem Sommer nach Asien bringen kann. Die Dinge sind im Hintergrund weiter fortgeschritten als öffentlich bekannt.

Der Reihe nach: Trainer Pal Dardai legt Wert auf Sorgfalt bei den kleinen Schritten. Er sei froh, dass die zuletzt angeschlagenen Sebastian Langkamp, Salomon Kalou und Mitchell Weiser erstmals in der Woche am Donnerstag mit dem Team trainieren konnten.

Preetz bestätigt: Wir haben zwei, drei Optionen

Nächster Schritt, so Dardai: "Schauen, ob ihre Körper die Belastung weggesteckt haben oder ob es eine Reaktion gibt." Weil am Freitag bereits das ­Abschlusstraining ansteht, wird der Trainer im Anschluss, ein weiterer Schritt, den Kader für die Bundesliga-Partie am Sonnabend beim 1. FC Köln (15.30 Uhr) nominieren.

Diese Partie des 25. Spieltages ist wichtig. Manager Michael Preetz preist aber auch noch mal den Schritt des vergangenen Wochenendes, das emotionale 2:1 gegen Dortmund: "Der Sieg ist Gold wert fürs Selbstbewusstsein der Mannschaft vor dem Hintergrund, dass jetzt der Endspurt der Saison ­einsetzt."

1. FC Köln reist Ende Mai nach China

Hertha trifft Tabellen-Fünfter beim Siebten aus Köln auf einen Gegner, der in Sachen Asien einige Schritte weiter ist. So wird der FC ­direkt nach Saisonende am 22. Mai Richtung China reisen. Dort bestreitet das Team von Trainer Peter Stöger ein Freundschaftsspiel gegen Liaoning Hongyun FC. Dafür kassieren die Rheinländer eine Antrittsgage von 500.000 Euro, sie haben in China sogar weitere Kooperationen vereinbart.

In Berlin wird schon länger in die gleiche Richtung gearbeitet. Hertha-Manager Michael Preetz bestätigt der Morgenpost: "Wir sind in der Planung. Es gibt zwei, drei Optionen, die wir abwägen müssen. Es kann sein, dass wir das in diesem Frühsommer machen." Die Berliner haben Angebote für ein lukratives Freundschaftsspiel in Japan, wo Herthas Genki Haraguchi als ­japanischer Nationalspieler besonders populär ist. Auch eine Reise nach China ist möglich. Eine Entscheidung, was ­Hertha konkret macht (Wird direkt nach Saisonende gereist oder erst in der Vorbereitung zum kommenden Spieljahr?) fällt noch im März.

Wer in Asien wartet auf Hertha BSC?

Damit ist die Zeit der vergangenen Jahre vorbei, als Hertha sich vor allem um die eigene Entwicklung kümmern musste - während der FC Bayern, Borussia Dortmund, der HSV, der VfL Wolfsburg oder Bayer Leverkusen sich längst auf den internationalen Märkten vorstellten. Preetz sagt: "Unser Weg wird uns in den nächsten Jahren in jedem Fall über den großen Teich, ob Asien oder USA, führen."

Bei der Frage, wer in Asien denn auf Hertha wartet, schmunzelt Preetz. "Das Thema ist für alle Bundesligisten interessant: Internationalisierung. Dort gibt es zusätzliche Erlöse. Dafür braucht man Bekanntheit. Dafür muss man Präsenz zeigen, vor Ort sein. Es gibt dort in den nächsten ­Jahren Töpfe, die für uns Vereine sehr, sehr interessant sind."

Hertha-Unterhändler in China und den USA

Ein Schritt, der für Hertha noch wichtiger sein dürfte, ist die Suche nach einem Investor. Im November 2016 waren die Geschäftsführer Preetz und Ingo ­Schiller bereits in Asien unterwegs. Auf die Frage nach dem Stand der Dinge ­wiegelt Schiller ab: "Nichts, was derzeit berichtenswert ist."

Tatsächlich jedoch wird mit Hochdruck an diesem Thema gearbeitet. Nach Morgenpost-Informationen steht zeitnah eine weitere Reise an. Die Ziele der Hertha- Unterhändler bei der Fahndung nach einem finanzstarken Partner liegen diesmal in China und den USA.

Die Attraktivität von Hertha hat viele Aspekte, der Faktor als deutsche Hauptstadt ist einer davon. Das international gute Image von Berlin ein weiteres. Sportlicher Erfolg ist ebenfalls wichtig. Deshalb will Hertha anders im Vorjahr diesmal den Einzug ins internationale Geschäft schaffen. Die Europa League scheint realistisch zu sein, sogar die Champions League ist derzeit noch in Reichweite.

Trainer Dardai warnt vor Modeste

Niemand weiß besser als Trainer Dardai, dass davor viele Schritte zu gehen sind. Er wünscht sich einen fitten Innenverteidiger Langkamp. Weil Kölns Torjäger Anthony Modeste mit 19 Saisontreffern in Topform spielt. "Wir haben der Mannschaft die Videos vorgeführt. Unsere Innenverteidiger müssen hellwach sein. Modeste ist ein guter Spieler, läuft mal rechts, mal links davon. Man darf ihn nicht aus den Augen lassen", erzählte Dardai.

Die Skeptiker unter den Hertha-Anhängern deuten an dieser Stelle auf die notorische Auswärtsschwäche der Blau-Weißen (neun Punkte in der Fremde bedeuten in der Auswärtstabelle der Bundesliga lediglich Rang 15). Manager Preetz findet, die Antwort liege nur ein Schritt entfernt. "Es liegt an uns. Diese Diskussion können wir ­beenden, indem wir das nächste ­Auswärtsspiel ­gewinnen."

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