Ausstellung

Frauen-Kuli, Kaffee-Cola – Das sind kuriose Produkt-Flops

In einer schwedischen Ausstellung sind skurrile Produkt-Flops ausgestellt. Der Museumsgründer will zeigen, wie Wirtschaft funktioniert.

Foto: Samuel West/ Sweden Museum of Failure

Helsingborg.  Einen besonders kuriosen Flop musste sich Colgate eingestehen. Der New Yorker Konzern ist vor allem für Zahnpasta bekannt, doch das war den Bossen offenbar nicht genug – sie schielten auf den Lebensmittelmarkt und kreierten eine Tiefkühl-Lasagne. Ein Rindfleisch-Nudel-Auflauf mit dem deutlich sichtbaren Logo des Mundpflege-Spezialisten auf der Verpackung – in den Supermärkten war die Colgate-Lasagne ein Misserfolg. Nun wird sie Ausstellungsstück in einem Museum, das mindestens ebenso kurios ist wie das Exponat.

Anfang Juni eröffnet das "Museum of Failure" ("Museum des Scheiterns") im südschwedischen Helsingborg. Es zeigt knapp 60 teils legendäre Flops, die bei den Kunden krachend durchgefallen sind. Darunter ist der "Bic For Her", ein überteuerter Kugelschreiber für Frauen mit Blumenmuster sowie eine bizarr aussehende Maske, für die die frühere "Denver Clan"-Schauspielerin Linda Evans 1999 Werbung machte: Elektrische Schocks sollten das Gesicht der Trägerin verschönern.

Der Gründer will erklären, wie Innovationen entstehen

Dem Museumsgründer geht es nicht darum, die Unternehmen vorzuführen. Er will mit der Ausstellung verdeutlichen, wie Wirtschaft funktioniere – durch Versuch und Irrtum. "Wer innovativ sein will, muss Dinge ausprobieren", sagt der Kurator Samuel West. 90 Prozent aller Neuheiten führten nicht zum Erfolg.

Nur sind manche Zeugnisse des Scheiterns besonders spektakulär, die Firmen investierten Unsummen in Entwicklung, Produktion und Marketing. Im Museum finden sich Flaschen von "Coca-Cola Blāk", einer Cola mit Kaffeegeschmack, die sich ab 2006 immerhin zwei Jahre auf dem Markt halten konnte. Konkurrent Pepsi probierte es mit "Crystal" – durchsichtiger Cola.

Mit dem "Twitter Peek" versuchte ein Hersteller 2009, vom Hype um das neue Netzwerk zu profitieren. Mit dem an einen Taschenrechner erinnernden Gerät konnte man nichts tun, außer Kurznachrichten auf Twitter zu veröffentlichen.

Während sich viele Firmen über das Interesse des Museums freuten, hat sich Colgate übrigens geweigert, mit ihm zusammenzuarbeiten, sagt Samuel West. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als aus Pappe selbst die Verpackung zu basteln.

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