Berlin

Wie Big Data beim Kampf gegen Einbrecher hilft

Polizei setzt auf den Einsatzvon Software, um Risikogebiete zu bestimmen – auch in Berlin

Berlin. In dem Science-Fiction-Thriller "Minority Report" zeigt Regisseur Steven Spielberg eine Zukunft, in der Morde durch Vorhersage verhindert werden. In dem Film von 2002 ist das Zusammenspiel von Menschen mit paranormalen Fähigkeiten dafür die Grundlage. Heute ist "Predictive Policing" – vorausschauende Polizeiarbeit – keine Zukunftsvision mehr. Dabei geht es aber nicht um Hellseherei und Mordprävention, sondern um den softwaregestützten Kampf gegen Einbrecher.

In Niedersachsen stellte die Polizei am Donnerstag die selbstentwickelte App "PreMap" vor. Diese informiert die Beamten vor Ort mobil über die Einbrüche der letzten vier Wochen. Markierungen auf dem Tabletcomputer zeigen Einbruchschwerpunkte und Prognosen für Wiederholungstaten. Auch in Berlin läuft ein Testbetrieb. Im Oktober 2016 und bis Juni ist er von zunächst zwei auf alle sechs Polizeidirektionen ausgeweitet worden. Das Landeskriminalamt hat dazu die eigene Anwendung "KrimPro" entwickelt. Sie orientiert sich an einem Dutzend Programme, die es mittlerweile auf dem Markt gibt.

Bereits seit über einem Jahr wird "Predictive Policing" auch in Nordrhein-Westfalen angewendet. Basis dafür ist ein Statistikprogramm des Software-Anbieters IBM. Seit dem Umbau für regionale Bedürfnisse heißt es "Skala". Es arbeitet nach dem Ansatz des sogenannten Data-Mining: Dabei wird Statistik auf große Datenbestände übertragen. So analysiert das Programm, welche Bedingungen in der Vergangenheit bestimmte Einbrüche begünstigt haben und gleicht diese mit der Gegenwart ab. Es entstehen Prognosen von Risikogebieten, die an die Polizei vor Ort übermittelt werden. Wie diese damit umgeht, entscheidet sie selbst – mehr Streife fahren zum Beispiel. Anfang dieses Jahres weitete NRW das Projekt aufgrund positiver Rückmeldungen von zwei auf sechs Städte aus. Als Zwischenfazit wollte das Landeskriminalamt nur so viel preisgeben: In Brennpunktbehörden sei ein deutlicher Rückgang der Einbrüche feststellbar gewesen – möglicherweise auch dank "Predictive Policing".

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