Ingolstadt/Wolfsburg

Ermittler auch bei VW-Chef Müller und Audi-Chef Stadler

Ingolstadt/Wolfsburg.  Im Zuge der Razzia bei Audi ist einem Zeitungsbericht zufolge auch das Büro von Volkswagen-Chef Matthias Müller von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Dabei hätten die Ermittler in seinem Wolfsburger Büro Unterlagen zu Audi beschlagnahmt, berichtet die "Bild am Sonntag". Konzernchef Müller, der Aufsichtsratsvorsitzender bei der Volkswagen-Tochter Audi ist, werde aber ebenso wenig wie Audi-Chef Rupert Stadler als Beschuldigter in der Aufarbeitung der Abgasaffäre geführt. Volkswagen lehnte bisher eine Stellungnahme ab.

Die Staatsanwaltschaft München II hatte am Mittwoch bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm, bei VW in Wolfsburg und an weiteren Orten zahlreiche Büroräume durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Die Justiz ermittelt gegen unbekannt wegen Betrugsverdacht beim Verkauf von rund 80.000 Dieselfahrzeugen in den USA. Audi hatte kurz nach Bekanntwerden der Abgasaffäre den Einsatz von Schummelsoftware in großen Dieselmotoren eingeräumt. Dem Zeitungsbericht zufolge haben die Ermittler 47 Konzernmitarbeiter aufgelistet, die zur Aufklärung beitragen könnten. Darunter befinde sich neben Müller auch Stadler. Bei ihnen suchten sie gezielt nach Hinweisen zum Abgasskandal, etwa Terminkalender, Notizbücher und Speicherkarten von Smartphones. Aus den Unterlagen erhofften sich die Staatsanwälte Erkenntnisse, ob und wann Aufsichtsräte und Vorstände bei Audi von der illegalen Software wussten oder gar an ihnen aktiv mitwirkten.

Unterdessen rückt der Ausstieg des langjährigen Volkswagen-Patriarchen Ferdinand Piech aus dem Konzern näher. Die Übernahme des 1,1 Milliarden Euro teuren Aktienpaketes durch andere Mitglieder der Familien Piech und Porsche solle noch vor der Hauptversammlung am 30. Mai in Stuttgart abgeschlossen werden, berichtete die Zeitung "Bild am Sonntag".

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

Meistgelesene