Eisbären

Nach Tod von Eisbär Fritz: Tierschützer kritisieren Zoos

Tierschützer fordern einen Zuchtstopp für Eisbären in Zoos. Ihre Haltung sei mangelhaft, die meisten Tiere verhaltensgestört.

Eisbär-Baby Fritz mit Mutter Tonja

Eisbär-Baby Fritz mit Mutter Tonja

Foto: Tierpark Berlin / dpa

Nach dem Tod des Eisbärenjungen Fritz im Berliner Tierpark hat die Tierschutzorganisation Peta einen Zuchtstopp für Eisbären in Zoos gefordert.

"Die Haltungsbedingungen in Zoos sind derart unnatürlich, dass ein großer Teil der Eisbärenbabys die ersten Monate nicht überlebt", erklärte Peta am Dienstag. Dies geschehe teils aufgrund mangelhafter Haltungsbedingungen, teils aufgrund schwerer Verhaltensstörungen der Muttertiere.

Alle Eisbären in deutschen Zoos litten an Verhaltensauffälligkeiten, weil sie zu wenig Bewegungsmöglichkeiten hätten, stellte Peta fest. Eisbärenbabys würden "rein aus Marketing- und Profitgründen" gezüchtet. "Auf das Wohl der Tiere wird dabei keine Rücksicht genommen."

Bereits das Geschwistertier von Fritz war unmittelbar nach seiner Geburt gestorben. "Der Tod des zweiten Eisbärenbabys von Mutter Tonja zeigt, dass die Tierparkverantwortlichen buchstäblich über Leichen gehen, um die Kassen klingeln zu lassen", sagt Peta-Referent Peter Höffken. Laut einer Peta-Studie seien über 80 Prozent der Eisbären in deutschen Zoos verhaltensgestört.

Kritik kam auch vom Deutschen Tierschutzbund. "Gerade bei Eisbären ist die Nachzucht problematisch und immer wieder von Todesfällen überschattet", sagt der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. In den vergangenen zehn Jahren habe in deutschen Zoos nur jedes dritte Jungtier überlebt.

"Die Zoodirektoren müssen sich jetzt endlich fragen, ob dieser Weg etwas mit Arterhaltung und Tierschutz zu tun hat", forderte Schröder. "Weder werden die Tiere letztlich ausgewildert, noch leistet ihre Haltung einen Beitrag zum Artenschutz."

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