Im Mauerpark

Brutaler Räuber schlägt mit Ziegelstein auf Joggerin ein

Der Mann griff die 40-Jährige von hinten an und schlug ihr einen Ziegelstein auf den Kopf. Auch als sie am Boden lag, schlug er weiter.

Angreifer bricht Joggerin Kiefer und Hand im Mauerpark

Mo, 20.03.2017, 13.24 Uhr

Angreifer bricht Joggerin Kiefer und Hand im Mauerpark

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Anwohner und Besucher des Mauerparks in Prenzlauer Berg haben mit Entsetzen auf den Gewaltexzess gegen eine Joggerin in der beliebten Grünanlage reagiert. Dass eine 40-Jährige von einem Räuber ein Ziegelstein auf den Kopf geschlagen wird, ist für sie undenkbar. "Das ist einfach unfassbar", sagte Jessica B. am Montag, als sie mit ihrem Freund die Suchaktion der Polizei im Park bemerkt. Die 28-Jährige, die nahe des Falkplatzes wohnt und selbst öfter in dem Park joggt – aber nur tagsüber – ist fassungslos.

Eine Spaziergängerin, die wegen ihrer Schwangerschaft mit dem Joggen ausgesetzt hat, ist besonders wegen des extrem hinterhältigen und brutalen Vorgehens des Räubers entsetzt. "Weiter unten im Park, in Richtung Bernauer Straße, wurde ich schon angepöbelt, auch von Dealern hin und wieder angequatscht", sagte die Frau. Doch so einen brutalen Raub hätte sie dort nicht für möglich gehalten. Ein Bewohner der Gleimstraße meinte, das sinnlose Vorgehen erinnere ihn an den U-Bahntreter von der Hermannstraße. Im Herbst war eine junge Frau dort auf einer Treppe durch einen gezielten Fußtritt eines Mannes gestürzt und hatte sich dabei einen Arm gebrochen.

Der unbekannte Mann hatte der Joggerin offenbar aufgelauert

Die am Sonntagabend so schwer verletzte Berlinerin im Mauerpark ist nach Polizeiangaben indes klar das Opfer eines Raubes geworden. Die 40-Jährige war im nördlichen Mauerpark auf dem Hauptweg gelaufen, der von der Bernauer Straße bis zur Gleimstraße führt, als sie laut Polizei gegen 21.35 Uhr plötzlich einen wuchtigen Schlag auf den Kopf bekam. Der unbekannte Mann hatte der Joggerin offenbar aufgelauert und sie – von hinten kommend – mit einem Ziegelstein attackiert. Die Frau strauchelte, fiel zu Boden, wurde von weiteren Schlägen mit dem Stein getroffen und von dem Täter, längst am Boden liegend, auch noch gegen Kopf und Schulter getreten.

Währendessen zerrte der Täter laut Polizei ständig an der Jacke des Opfers, bis er das Kleidungsstück entreißen konnte. Erst danach ließ der brutale Räuber von der 40-Jährigen ab und flüchtete. Die verletzte Frau habe nach ersten Erkenntnissen der Polizei noch beobachten können, wie der Täter ihre Jacke durchsuchte und schließlich mit dem in der Jackentasche befindlichen Smartphone davonrannte.

Für ein Mobiltelefon den Kiefer und eine Hand gebrochen

Die verletzte und offenbar gleichzeitig traumatisierte Überfallene schleppte sich trotz ihrer Verletzungen – sie hatte einen Kieferbruch sowie Brüche an einer Hand erlitten – vom nördlichen Park aus zunächst bis in die Gleimstraße. Erst in der Malmöer Straße wurde sie von alarmierten Rettungskräften versorgt und ins Rudolf-Virchow-Klinikum gebracht und operiert. Dort sollte sie von der Polizei am Montag zum Tathergang befragt werden, doch bislang war die Frau nicht vernehmungsfähig. Derzeit liegen den Ermittlern eines Raubkommissariats noch keine genaueren Angaben zum Täter vor.

Die Polizei sperrte am Montagnachmittag einen Teil des Falkplatzes am Hauptweg in Richtung Gleimstraße zur Spurensuche ab. Dabei setzte die Kriminalpolizei auch zwei Suchhunde ein, die von Beamten begleitet auch ein baumbestandenes Parkstück nordöstlich der Schmelinghalle durchstreiften.

Erst nach drei Stunden wurde die Suchaktion eingestellt. Angaben zu Ergebnissen machte die Polizei nicht. Bereits am Vormittag hatten Beamte den Tatort in Augenschein genommen. Am Nachmittag wurde dann, unter dem regen Interesse zahlreicher Schaulustiger, das Parkgelände mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Einige Parkbesucher vermuten, dass die Joggerin Opfer eines Drogensüchtigen in Geldnot wurde. Ob sich dies bestätigt, hängt nun von den Ermittlungen ab .

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