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Neuer Trainer, viel Gezerre, etwas Hoffnung

Als Fan von Borussia Dortmund ist man eigentlich in einer komfortablen Lage: Man kann immer auf alles hoffen. Das ist etwas grundlegend anderes als bei den Anhängern des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München. Dort hofft man nicht. Man erwartet. Man erwartet mindestens den Meistertitel, man erwartet eigentlich auch den DFB-Pokal und insgeheim auch den Sieg in der Champions League. Das läuft dann meistens – siehe vergangene Saison – auf eine Enttäuschung hinaus. Ich erwarte höchstens eine ähnlich durchwachsene Saison, wie es auch die vergangene war. Die Mannschaft hat mit Peter Bosz einen neuen Trainer, auf den sie sich, das hat die Vorbereitungsphase bereits gezeigt, erst noch einstellen muss. Sie wird momentan von diversen Transfergerüchten ordentlich durchgeschüttelt. Erst hieß es, der Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang solle für irgendeinen irren Fantastilliardenbetrag nach China wechseln. Als sich das einigermaßen geklärt hatte, gab es plötzlich Gerüchte um Ousmane Dembélé s Wechsel zum FC Barcelona, die sich immer noch nicht ganz geklärt haben.

Und weil die Bayern aus München immer gern irgendwie übel dazwischenfunken, gab es auch noch Gerede über Sven Mislintat. Das ist der Chefscout des BVB, der entscheidend mitverantwortlich war für die Verpflichtung von Spielern wie Shinji Kagawa oder eben Aubameyang und Dembélé. Mitten im Sommerloch hieß es plötzlich, die Herrschaften von der Säbener Straße hätten an ihm Interesse. Da wurde ich kurz unruhig, aber auch das hat sich inzwischen erledigt.

Zum Meistertitel ist die junge Mannschaft von Borussia Dortmund nur dann fähig, wenn die Bayern eine überraschende Formschwäche zeigen. Damit ist nicht zu rechnen. Wohl aber mit einem Saisonverlauf wie 2016/17. Die Champions League wird Borussia Dortmund vielleicht bis zum Viertelfinale überstehen, dann kommen zu dicke Brocken aus Spanien, England und Frankreich. Diese Entlastung kann wiederum im Endspurt in der Bundesliga nützlich sein. Darauf kann man als Fan hoffen. Felix Müller

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