Zweites Finalspiel

Volleys schlagen gegen Friedrichshafen zurück

Die Berliner gleichen im Finale um die Meisterschaftgegen Friedrichshafen aus. Die Entscheidung fällt am Sonntag.

Robert Kromm (l) mit den Friedrichshafener Spielern Georg Klein (vorn) und Simon Tischer am Netz

Robert Kromm (l) mit den Friedrichshafener Spielern Georg Klein (vorn) und Simon Tischer am Netz

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Vielleicht war im Vorfeld des zweiten Finalspiels um die deutsche Volleyball-Meisterschaft schon etwas zu viel von Abschied gesprochen worden. Letzter Auftritt von Felix Fischer nach mehr als 500 Spielen im Trikot der BR Volleys. Letzter Auftritt von Roberto Serniotti, der den Verein in zwei Jahren als Cheftrainer zu einer Meisterschaft, einem Pokalsieg und dem Triumph im CEV-Pokal führte. Alles im vergangenen Jahr allerdings. Und wenngleich das Erreichen des Final Four der Champions League am vergangenen Wochenende ein noch größerer Erfolg war, wird der Italiener den Verein verlassen.

Aber wer geht schon gern mit einer Niederlage? Lässt den ungeliebten VfB Friedrichshafen in Berlin seine 14. Meisterschaft feiern? Und das vor der Saisonrekord-Kulisse von 7895 Zuschauern in der Schmeling-Halle? Jedenfalls nicht der Titelverteidiger, nicht die BR Volleys.

Serniottis Team gewann die zweite Finalpartie der Serie nach dem Modus "Best of three" mit 3:1 (24:26, 25:23, 25:16, 25:21). Damit steht es 1:1. Die Titel-Entscheidung fällt im Sonntag (14.30 Uhr) in der ZF-Arena am Bodensee. Fischer, der nach seinem letzten Heimspiel gebührend verabschiedet wurde, bedankte sich und gab die Parole aus: "Jetzt lasst uns dieses verdammte Spiel in Friedrichshafen gewinnen." Großer Jubel.

Manager Niroomand regt sich auf – Strafpunkt

Der erste Durchgang war wie ein Spiegelbild dieser Saison bei den Vergleichen beider Mannschaften. Die BR Volleys spielten stark, leisteten sich jedoch sechs Aufschlagfehler. Zu viele, dennoch hatten sie ihre Chance, nutzten sie aber nicht. Die Schwaben dagegen sind in den entscheidenden Momenten eiskalt, wenn es gegen die BR Volleys geht. Einen Satzball Berlins wehrten sie durch Michal Finger ab, beim nächsten Angriff wurde Ruben Schott geblockt, und in der nächsten Aktion führte ein kleiner technischer Fehler zum Verlust dieses Durchganges.

Helle Aufregung dann am Ende des zweiten Abschnitts. Die BR Volleys hatten sich, nun mit Tsimafei Zhukouski statt Sebastian Kühner als Zuspieler, endlich einmal einen Vier-Punkte-Vorsprung erarbeitet (18:14), als mehrere umstrittene Entscheidungen der Unparteiischen die Stimmung in der Arena hochkochen ließen.

Am wenigsten damit klar kam Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der sich so stark beschwerte, dass am Ende der ganzen sinnlosen Aufregung sein Team mit einem Strafpunkt zum 22:22 belegt wurde. Aber diesmal hielten wenigstens die Nerven der Hauptdarsteller. Sie brachten den Satz mit 25:23 ins Ziel.

Nach dem dritten Satz dominiert der Meister

Es wirkte wie ein Befreiungsschlag. Auch im Anschluss versorgte Zhukouski regelmäßig den Kandier Graham Vigrass mit kurz gestellten Pässen, die dieser mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit verwandelte. Der VfB fand kein Mittel. Als der Titelverteidiger in Satz drei aus einem 16:15 das 25:16 machte, erreichte der Lärmpegel einen neuen Höhepunkt. Dieser Durchgang dauerte nur 24 Minuten.

Und von da an dominierten die Gastgeber weiter, führten fast den gesamten vierten Satz. Sie wollten im sechsten Saisonspiel endlich den ersten Sieg schaffen. Angeführt von Vigrass, dem sehr starken Ruben Schott, der den Matchball verwandelte, und dem am Ende auch noch seinen Rhythmus findenden Paul Carroll gelang dies.

Nun muss am Sonntag nur noch ein weiterer folgen. Dem Australier jedenfalls ist davor nicht bange: "Jetzt wissen wir, dass wir gewinnen können."

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