Kommentar

Meister BR Volleys ist bereit für weitere Festtage

Die BR Volleys sind erneut Deutscher Meister und beherrschen die Gegenwart, weil sie mutig geblieben sind, meint Dietmar Wenck.

Die Spieler der BR Volleys feiern ausgelassen die Meisterschaft

Die Spieler der BR Volleys feiern ausgelassen die Meisterschaft

Foto: Sebastian Widmann / Bongarts/Getty Images

Es ist erst ein paar Wochen her, da sprach Kaweh Niroomand von einer bescheidenen Saison. All die Anerkennung in ganz Europa für das Erreichen des Final Four in der Champions League hin oder her: Das Wichtigste fehlte in diesem Klub mit seinen hohen Ansprüchen. Da wird auch nichts schön geredet wie andernorts.

Den Pokalsieg verpasst, fünf Niederlagen gegen den VfB Friedrichshafen und dazu Platz eins in der Tabelle an die Schwaben verloren – es drohte eine Saison ganz ohne Titel. Schwer zu ertragen diese Vorstellung für den Geschäftsführer der BR Volleys. Aber am Sonntag hatte er doch noch allen Grund zum Strahlen. Ausgerechnet in der ZF-Arena dem VfB zu zeigen, wer aktuell die Nummer eins in Volleyball-Deutschland ist, das tat den Berlinern richtig gut.

Es ist zwar immer noch so, dass Friedrichshafen mit 13 Titeln Rekordmeister ist. Doch die BR Volleys holen auf, auch sie kommen nun bereits auf acht Meisterschaftstrophäen, davon allein fünf in den vergangenen sechs Jahren. Sie dominieren die Gegenwart des deutschen Volleyballs. Und während am Bodensee die Uhren im Veranstalten von Volleyball-Festen stehen geblieben zu sein scheinen, arbeiten die BR Volleys weiter an ihrem "Event" in der Schmeling-Halle.

Fester Platz im Berliner Sportgeschehen

Auch gegen harte Konkurrenz in der eigenen Stadt haben sie sich einen festen Platz im Berliner Sportgeschehen gesichert. Sie sind sogar die einzigen aus dem Sextett der Initiative der Profiklubs mit Hertha, Union, Alba, den Eisbären und Füchsen, die in schöner Regelmäßigkeit ihrem Anhang Titelfeiern präsentieren können. Die BR Volleys liefern und liefern.

Das ist Niroomands Werk. Er ist seit mehr als 20 Jahren die treibende Kraft hinter alldem, hatte den Mut, in die große Schmeling-Halle zu ziehen. Dieser Schritt war die Initialzündung von al-lem. Anfangs wurde er skeptisch beäugt, inzwischen haben es alle schon immer gewusst.

Der Manager seinerseits weiß, dass es weitergehen muss, um noch mehr Identifikation zu erzeugen, will jetzt wie Füchse und Alba ebenfalls versuchen, die Nachwuchsarbeit verstärkt auf eigene Beine zu stellen. Und was sich vielleicht jetzt nach bescheidenen Anfängen anhört, kann eines Tages die Saat werden für weitere Festtage für die BR Volleys. Für solche wie am Sonntag in Friedrichshafen.

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