Handball

Füchse-Keeper Stochl will endlich in Kiel siegen

Die Füchse brauchen einen Sieg in Kiel, um im Champions-League-Rennen zu bleiben. Nie waren die Berliner Chancen besser.

Niclas Ekberg (r.) beim Konter gegen Berlins Torhueter Petr Stochl

Niclas Ekberg (r.) beim Konter gegen Berlins Torhueter Petr Stochl

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BERLIN.  Petr Stochl schmunzelt. Die Frage nach seiner persönlichen Statistik gegen den THW Kiel kann der Torhüter der Füchse Berlin nicht aus dem Stegreif beantworten. Er weiß aber wohl: "So besonders toll kann sie nicht sein." Seit 2006 ist der 41-Jährige bei den Füchsen, seitdem hat er 22 Mal gegen den Rekordmeister von der Förde verloren, demgegenüber stehen ein Unentschieden und ein Sieg. "Auweia, so viele Niederlagen haben sich schon angesammelt", staunt Stochl: "Und jetzt müssten wir hinzufügen, dass wir noch nie auswärts gegen den THW gewonnen haben."

Seit Februar ohne Niederlage in der Liga

Diesen Makel wollen die Füchse ausräumen, wenn sie am Sonntag in der Handball-Bundesliga auf den dreifachen Champions-League-Sieger und Rekordmeister treffen (15 Uhr, Sport1). "Die Chance, gegen Kiel zu gewinnen, ist gerade größer als jemals zuvor", sagt Stochl. Seit Februar haben die Füchse in der Bundesliga nicht mehr verloren, hinzu kommt die Qualifikation für das Final Four des EHF-Cup und der Sieg Mitte April gegen Titelanwärter Flensburg-Handewitt. "Wir haben viel Selbstvertrauen gewonnen", sagt Stochl. Deshalb will der Füchse-Kapitän auch nicht mehr an die 18:26-Niederlage aus dem Hinspiel im Oktober erinnert werden. "Wir sind jetzt eine andere Mannschaft", sagt er. "Wir haben einen anderen Trainer, unter dem wir uns alle weiterentwickelt haben. Das wissen auch die Kieler."

Für den THW ist der Druck groß. Das Final Four der Champions League hat der Klub verpasst, auf die Meisterschaft hat die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason auch keine Chance mehr. Momentan steht Kiel mit 45:11 Punkten auf Rang drei, der zur Teilnahme an der Königsklasse reichten würde, denn für den Tabellendritten bemüht sich die Liga im Regelfall um eine Wildcard. Allerdings können auch die Füchse diesen dritten Platz erobern. Ein Punkt trennt sie momentan vom Tabellennachbarn, bei einem Sieg überholen die Füchse den THW also.

Der neue Trainer Petkovic fordert Titel und Erfolge

"Die schlafen nicht ruhig in Kiel", glaubt Füchse-Trainer Velimir Petkovic. "Ich habe eine gute Quelle und weiß, die reden auch darüber, was passiert, wenn sie gegen uns verlieren." Für Kiel wäre eine Saison ohne Champions League eine Katastrophe. Aber auch, wenn dieser in der Vergangenheit so übermächtige Gegner sich in dieser Saison im Umbruch befindet, aktuell nicht auf den verletzten Rückraumstar Domagoj Duvnjak zurückgreifen kann und in den letzten Ligapartien in Lemgo, gegen Minden und in Göppingen alles andere als die Souveränität ausstrahlte, die man von ihm gewohnt ist, so ist es immer noch der THW Kiel.

Petr Stochl weiß, dass schon eine kleine unaufmerksame Phase gegen diese Mannschaft genügen kann, und sein Klub liegt mit zehn Toren hinten. 2009 verloren die Füchse schon einmal 28:40 gegen den Rekordmeister, 2015 stand mit 18:32 ein ähnlich deutliches Ergebnis auf der Anzeigetafel. "Eine gute Deckung wird wie so oft der Schlüssel sein", glaubt Stochl, der einen Schutzwall vor seinem Tor zu schätzen weiß.

Bis auf Vukovic sind alle Füchse einsatzfähig

In diesem Zusammenhang ist es für sein Team von besonderer Bedeutung, dass anders als im Hinspiel, in dem Fabian Wiede und Kent Tönnesen verletzungsbedingt fehlten, alle Spieler bis auf Drago Vukovic voll einsatzfähig sind. "Jeder weiß, dass wir schon längst auf Platz drei stehen könnten, wenn wir nicht auch etwas Pech gehabt hätten", sagt Petkovic. Neben dem Titel im EHF-Cup ist Rang drei in der Liga sein großes Ziel. "Bis jetzt haben wir noch nichts erreicht", sagt er. "Wir haben uns zwar stabilisiert, aber ich will am Ende der Saison etwas Greifbares haben, sonst bin ich nicht zufrieden."

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