Nationalmannschaft

Löws kompliziertes Personalpuzzle

Marco Reus will lieber urlauben als zum Confed Cup. Die Herthaner Mitchel Weiser und Niklas Stark fahren zur U21-EM nach Polen

Bundestrainer Joachim Löw und die Herausforderung, einen 23er-Kader für den Confed Cup aufzustellen

Bundestrainer Joachim Löw und die Herausforderung, einen 23er-Kader für den Confed Cup aufzustellen

Foto: dpa

Frankfurt/Main.  Joachim Löw tüftelte bis zum Schluss an der Zusammensetzung seines Aufgebotes. An diesem Mittwoch gibt der Bundestrainer um 13 Uhr bekannt, wie der 23er-Kader für den Confed Cup in Russland ­aussieht. Und wer für den DFB bei der parallel stattfindende U21-EM in Polen spielen wird.

Während strapazierte Stars wie Toni Kroos, Sami Khedira und Mats Hummels bei der WM-Generalprobe (17. Juni bis 2. Juli) eine Pause erhalten, könnte Löw Debütanten und Rückkehrer wie Amin Younes (Ajax Amsterdam), Max Kruse (Werder Bremen), den Gladbacher Lars Stindl oder den Hoffenheimer Kerem Demirbay aus dem Hut zaubern. "Über allem steht die WM 2018", so Löw, der Confed Cup sei ein "Perspektivturnier". Als Führungsspieler plant Löw Torjäger Mario Gomez und die Weltmeister Julian Draxler und ­Shkodran Mustafi ein.

Ajax-Star Amin Younes hofft

Eine Pause dürften Weltmeister wie Thomas Müller, Mesut Özil und Jerome Boateng erhalten. Kapitän Manuel Neuer, Ilkay Gündogan und ­Mario Götze fehlen ohnehin. Auch die Vereine wollen ihre Interessen gewahrt wissen. Kein Klub will zu viele Spieler für den Confed Cup oder die U21-EM (16. bis 30. Juni) abstellen. Löw würde gerne den länger verletzten Marco Reus bei der Mini-WM mit Gruppenspielen gegen Australien, Chile und Kamerun sehen. Der Dortmunder klagte indes, er sei in den vergangenen Sommern "immer mit Reha beschäftigt" gewesen und würde sich lieber eine Auszeit nehmen.

Löw sagt, der Confed Cup könne für junge Spieler wichtig werden, "weil sie nicht so häufig diese internationalen Spiele haben." DFB-Präsident Reinhard Grindel betonte allerdings, dass die U21-EM das "wichtigere Turnier" sei.

Nur eine Woche Urlaub für Weiser und Stark

Bei der A-Nationalmannschaft wird kein Herthaner dabei sein. Aber Mitchell Weiser und Niklas sind eingeladen für das U21-Team von Stefan Kuntz. Der Fahrplan für die Berliner sieht so aus: Nach dem letzten Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen am Sonnabend erhalten beide Profis eine Woche Pause. Dann geht es mit der U21 nach Polen. Je nachdem, wie lange der deutsche Nachwuchs im Turnier bleibt, gibt es nach dem Ende für das DFB-Team für Weiser und Stark noch mal zehn Tage ­Pause. Das einzige Fragezeichen steht hinter dem maladen Fuß von Stark, der seit Wochen Überlastungssignale gibtt. Ein EM-Teilnahme kommt nur in Frage, wenn der Herthaner fit ist.

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