Neue Studie

Hertha BSC ist plötzlich offen für Olympiastadion-Umbau

Das von Hertha BSC beauftragte Architekturbüro hat eine neue Studie vorgelegt, die den Umbau des Olympiastadions für möglich hält.

Das Berliner Olympiastadion

Das Berliner Olympiastadion

Foto: Thomas Eisenhuth / dpa

Man soll eben niemals nie sagen. Eigentlich hatte Hertha BSC einen Verbleib im Olympiastadion nach 2025 ausgeschlossen. Stattdessen benannte die im März vorgestellte Machbarkeitsstudie zur angestrebten neuen Spielstätte des Bundesligisten klar zwei Optionen: Den Neubau einer reinen Fußballarena neben dem Olympiastadion, oder alternativ im Brandenburg Park bei Ludwigsfelde. Am Freitag folgte nun jedoch eine überraschende Wende in der Stadionfrage. "Ein Umbau des Olympiastadions ist tatsächlich möglich", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Hertha, dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und dem Innensenator für Inneres und Sport, Andreas Geisel (beide SPD).

Angestoßen wurde diese dritte Lösung von Müller und Geisel bei Gesprächen im Roten Rathaus mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und den Geschäftsführern Michael Preetz und Ingo Schiller Ende März. Daraufhin beauftragte Hertha das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp), das bereits die Sanierung und Modernisierung des Olympiastadions verantwortet hatte, die Machbarkeit eines Umbaus zu prüfen. Das Ergebnis: positiv.

"Erste Entwürfe zeigen, dass das Olympiastadion auch als Fußballarena eine einzigartige spektakuläre Spielstätte sein kann", heißt es in der Erklärung. "Ein modernes Stadion mit neuen, steileren Tribünen nah an den Spielfeldrand gezogen – für ein emotionales Spielerlebnis." Klub und Senat hätten sich nun darauf verständigt, die Umsetzbarkeit eines Umbaus in weiteren gemeinsamen Gesprächen zu prüfen.

"Wir waren ursprünglich davon ausgegangen, dass ein Umbau des Olympiastadion nicht in Betracht kommt", wird Gegenbauer zitiert. Die Ergebnisse der gmp-Studie habe jedoch "überraschend eine grundsätzliche Machbarkeit bestätigt". Somit liege eine dritte, sehr ernstzunehmende Alternative auf dem Tisch. Diese gilt es zeitnah mit dem Senat zu prüfen.

Müllers Worte klingen fast so, als wäre die Entscheidung schon gefallen. "Hertha bleibt (...) in Berlin und das Olympiastadion ist weiterhin Symbol des Fußballs in Berlin. Jetzt geht es darum, die Möglichkeiten Berlins und die Ansprüche von Hertha in Einklang zu bringen." Auch Geisel äußert sich optimistisch. Der neue Plan sei eine "gute Nachricht für die Sportstadt Berlin", auch wenn noch "eine Menge Detailarbeit vor uns liegt".

Aus Herthas Perspektive wäre die Option Olympiastadion eine 180-Grad-Drehung. Anfang April hatte Finanz-Geschäftsführer Schiller im Senat erklärt, dass ein Umbau nicht im Interesse des Klubs sei. Tatsächlich bliebe ein Grundsatzproblem bestehen: Hertha ist bislang Mieter und erhofft sich von einem eigenen Stadion jährliche Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich. Wenn Müller davon spricht, "die Möglichkeiten Berlins und die Ansprüche von Hertha in Einklang zu bringen", dürfte das Miet-Arrangement also ein Kernthema sein. Derzeit zahlt Hertha als Ankermieter gut fünf Millionen Euro pro Jahr an den Senat.

Ob das Olympiastadion tatsächlich Herthas Heimat bleibt, wird sich zeigen müssen. Neben dem Inhalt transportierte die gemeinsam Erklärung am Freitag jedoch auch eine zweite News: Hertha und der Senat demonstrieren eine neue Kooperationsbereitschaft.

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