Zweite Liga

Union Berlin ruft den Aufstieg für 2018 aus

Union verabschiedet vor dem Heidenheim-Spiel acht Spieler. Klubchef Zingler definiert aber bereits das Saisonziel für kommende Saison.

Unions Profis hoffen gegen Heidenheim auf eine letzte Feierstunde in dieser Saison in der Alten Försterei

Unions Profis hoffen gegen Heidenheim auf eine letzte Feierstunde in dieser Saison in der Alten Försterei

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Das Heimspiel des 1. FC Union am heutigen Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim (15.30 Uhr, Sky) – das ist das letzte. Mehr Auftritte vor eigenem Publikum gibt es nicht in dieser Spielzeit. Es wird – wie immer zu dieser späten Phase in einer Saison – die Zeit der Abschiede. Beim Berliner Fußball-Zweitligisten gleich in dreifacher Hinsicht. Es ist nicht nur das Adé vom treuen Anhang, der die Profis von Trainer Jens Keller in der besten Saison der Klubgeschichte unermüdlich unterstützt hat. Auch acht Spieler, darunter der bereits in der Winterpause zum Drittligisten Hansa Rostock gewechselte Christopher Quiring, bekommen ihr letztes Hallo.

Schließlich dürfte es auch der endgültige Abschied von allen immer noch theoretischen Aufstiegsträumen sein. Sollten der Tabellenzweite Eintracht Braunschweig in Bielefeld und der Dritte Hannover im Spitzenspiel gegen Tabellenführer VfB Stuttgart wenigstens einen Punkt holen, ist die Tür zur Bundesliga für die Köpenicker in diesem Jahr endgültig zu – egal, was gegen Heidenheim passiert.

Also schaut Union nur auf sich, das hat man in den vergangenen Jahren ohnehin meist getan und ist dabei gar nicht so schlecht gefahren. Die Emotionen dürften bei Publikumsliebling Quiring hoch schlagen, zudem bekommen wie erwartet Ex-Kapitän Benjamin Kessel (wird mit Kaiserslautern in Verbindung gebracht), Adrian Nikci, Benjamin Köhler und Emanuel Pogatetz eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff ihren Applaus. Keine Rolle mehr spielen auch Maximilian Thiel, der zuletzt in Braunschweig (1:3) erstmals in diesem Jahr gespielt und auch gleich getroffen hatte, sowie Raffael Korte. Beide wurden in ihren drei bzw. zwei Jahren bei Union immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen.

Auch Puncec weg, die Abwehr braucht nun neues Personal

Zu guter Letzt muss auch Roberto Puncec gehen. Der Kroate, wegen seiner Gelb-Roten Karte in Braunschweig am Sonntag gesperrt, hatte sich in dieser Saison in der Innenverteidigung zwar festgespielt (26 von 32 möglichen Einsätzen), wurde für künftige Aufstiegsambitionen jedoch als zu leicht befunden. Damit ist klar: Union benötigt vor allem in der Abwehr dringend neues Personal. Gegen Heidenheim werden Pogatetz und Fabian Schönheim das Innenverteidiger-Duo geben.

Die Richtung nicht nur für die Partie des Vierten gegen den Zehnten, sondern auch für das Saisonfinale kommenden Sonntag in Fürth, gab Stephan Fürstner vor. "Wir wollen in den letzten beiden Spielen alles reinhauen, das sind wir unseren Fans schuldig", sagte der defensive Mittelfeldspieler. Stürmer Philipp Hosiner, der erneut den immer noch gesperrten Sebastian Polter ersetzen wird, wurde sogar noch ein wenig offensiver: "Wir wollen den Fans zeigen, dass sie stolz auf uns sein können, und für den Verein und die Stadt gewinnen."

Raus gehen, Spaß haben, begeisternden Fußball abliefern, so wie es Union in der ersten Hälfte der Rückrunde gezeigt hat, das muss das Ziel sein. Dass man als Tabellenführer in die entscheidenden Wochen gegangen ist, danach aber mit nur sieben von 21 möglichen Punkten auch alles verspielt hat, darf keine Rolle spielen. "Die drei Mannschaften, die vor uns stehen, haben es auch verdient, weil sie einen längeren Atem hatten", sagte Hosiner. Der Österreicher will wie seine Teamkollegen das verpatzte Aufstiegsrennen vergessen machen. Allein im Vordergrund stehen soll die 60-Punkte-Marke, die endlich geknackt werden soll.

Die Erfahrung aus dieser Saison ist unbezahlbar

Und doch können die Köpenicker bereits heute das Startsignal für die kommende Saison setzen. Anders als vergangenen Sommer, als man sich nach Rang sechs um wenigstens einen Platz verbessern wollte, formulierte schon jetzt kein Geringerer als Klubchef Dirk Zingler das Ziel für 2017/18: "Wir wollen aufsteigen. Wenn nicht in dieser Saison, dann in der nächsten. Das Handeln aller im Verein ist darauf ausgerichtet." Nachzulesen im Stadionheft zum Heidenheim-Spiel.

Die Erfahrung, die Union diese Saison gesammelt hat, ist in jedem Fall unbezahlbar. "Und es wird nicht jedes Jahr so sein, dass beide Absteiger auch gleich wieder vorn dabei sind. Ich denke sogar, dass es nächste Saison etwas leichter sein wird, weil Darmstadt wohl nicht so durchstarten wird wie Stuttgart dieses Jahr", glaubt Hosiner.

Durchstarten will dafür Union, am besten schon am Sonntag. "Wir haben eine geile Saison gespielt", sagte Damir Kreilach. Aber: "Jeder hat den Wunsch, in der ersten Liga zu spielen. Nächstes Jahr wollen wir nachlegen." Beste Voraussetzungen also für ein Fußballfest im dreifachen Abschiedsspiel gegen Heidenheim.

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